"Unwort des Jahres": Regierung verteidigt Begriff "Sondervermögen"

"Unwort des Jahres": Regierung verteidigt Begriff "Sondervermögen"

Berlin (epd). Nach der Wahl zum „Unwort des Jahres“ hat die Bundesregierung die Nutzung des Begriffs „Sondervermögen“ verteidigt. Man nehme die Sprachkritik zur Kenntnis, verweise aber auch „auf den tieferen Ursprung des Wortes“, sagte Regierungssprecher Stefan Kornelius am Mittwoch in Berlin. Es handele sich weder um eine im Grundsatz neue Konstruktion noch um einen neuen Begriff, sagte Kornelius. Das Grundgesetz sehe die Möglichkeit eines Sondervermögens vor, was auch schon Ende der 1950er-Jahre genutzt worden sei.

Die sprachkritische Initiative „Unwort des Jahres“ hatte am Dienstag bekannt gegeben, dass der Negativpreis für 2025 an das Wort „Sondervermögen“ geht. Die Bundesregierung bezeichnete mit diesem Wort das im vergangenen Jahr beschlossene Schuldenpaket für Investitionen in die Infrastruktur. Die Jury des „Unworts des Jahres“ kritisierte den Gebrauch des Begriffs, weil durch ihn die Tatsache verschleiert werde, dass es um Schulden geht.