Familien wollen bedarfsgerechte Gottesdienste

Familien wollen bedarfsgerechte Gottesdienste
Was animiert Familien zu einem Gottesdienstbesuch? Ein Projektteam der Universität Leipzig ist der Frage wissenschaftlich nachgegangen und präsentiert nun Antworten.

Leipzig, Dresden (epd). Junge sächsische Familien besuchen Gottesdienste vor allem, wenn die angebotenen Formate auf sie zugeschnitten sind. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität Leipzig unter Leitung des Theologieprofessors Alexander Deeg, deren Ergebnisse die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens am Dienstag in Dresden veröffentlichte. Demnach lassen sich Familien auch ansprechen, wenn Familienmitglieder im Gottesdienst mitwirken.

Darüber hinaus habe die Studie gezeigt, dass ehrenamtliches Engagement der Eltern in der Kirchgemeinde sowie die Teilnahme an sonstigen kirchlichen Angeboten die Wahrscheinlichkeit eines Gottesdienstbesuches von Familien erhöhen. Sowohl die Kirchenmusik als auch die gemeindepädagogischen Angebote entfalten laut Studie eine hohe Bindungskraft.

Erstmals Bedarfe von Familien erforscht

Musikalische Vielfalt und die Sensibilität für gleichberechtigte Teilhabe aller Kinder und Erwachsenen seien ebenfalls bei der Gestaltung familienfreundlicher Gottesdienste in den Blick zu nehmen, hieß es. Mit der Studie seien erstmals Bedarfe und Erwartungshaltungen von Familien mit Kindern als eine konkrete Zielgruppe der Gottesdienste erforscht worden.

Das Projektteam habe qualitative Interviews in vier ausgewählten Kirchenbezirken der sächsischen Landeskirche geführt. Zudem wurden Daten einer Online-Befragung von mehr als 2.000 Familien auf dem Gebiet der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens ausgewertet. Der knapp 170-seitige Bericht schließt mit konkreten Vorschlägen zur Liturgie sowie zur Zusammenarbeit der Mitwirkenden eines Gottesdienstes.