Am Neujahrstag ist auf den dritten bis dahin noch unbeschädigten Kältebus der Berliner Stadtmission ein Brandanschlag verübt worden. Beschäftigte der Organisation hätten das Feuer am Nachmittag auf einem Parkplatz in der Lehrter Straße mithilfe von Feuerlöschern gelöscht, teilte die Stadtmission mit. Ein Angestellter einer Sicherheitsfirma und ein Beschäftigter der Berliner Stadtmission hätten den mutmaßlichen Brandstifter gemeinsam auf frischer Tat ertappt und der Polizei übergeben.
Bereits am vergangenen Wochenende war ein Kältebus angezündet worden, der zu Hilfe von Obdachlosen eingesetzt wird. Er war komplett ausgebrannt. Ein weiterer, daneben parkender Kältebus wurde beschädigt. Alle drei Fahrzeuge sind laut Stadtmission fahruntauglich.
Welle der Solidarität
Die Brände hatten eine große Welle der Solidarität ausgelöst: Ersatzfahrzeuge wurden bereitgestellt, Spenden für neue Kältebusse gingen bei der Stadtmission ein. Durch die Unterstützung sei es gelungen, die nächtlichen Fahrten der Kältebusse bisher in gewohntem Umfang fortzusetzen. Stadtmissionsdirektor Christian Ceconi sagte, einige der Unternehmen, die in den vergangenen Tagen ihre Hilfe angeboten haben, würden nun von der Berliner Stadtmission kontaktiert, damit die Kältebusflotte um ein weiteres Fahrzeug aufgestockt werden kann.
Die von 60 Ehrenamtlichen und zwei Festangestellten betriebenen drei Kältebusse versorgen im Winterhalbjahr obdachlose Menschen auf der Straße mit Schlafsäcken, heißem Tee oder Suppe und bringen sie auf Wunsch auch in Notunterkünfte. Im vergangenen Winter wurde so 2.100 Menschen geholfen. Die Busse werden komplett aus Spenden finanziert.

