Kirchen betonen zur Berlinale Bedeutung des Films

Goldener Bär auf Rednerpult
Soeren Stache/dpa
Kino sensibilisiert für Solidarität
Kirchen betonen zur Berlinale Bedeutung des Films
Bei der Berlinale laden auch die Kirchen traditionell zu einem eigenen Empfang ein. Eine ökumenische Jury vergibt bei den Filmfestspielen mehrere Preise.

Evangelische und katholische Kirche haben zur Berlinale die Bedeutung des Films bei der Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Fragen betont. Filme machen Schicksale erlebbar, die sich sonst oft hinter Zahlen verbergen, wie die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und die katholische Deutsche Bischofskonferenz zum traditionellen ökumenischen Berlinale-Empfang der Kirchen am Sonntag in Berlin erklärten.

Kardinal Reinhard Marx würdigte den Dokumentarfilm "Kein Land für Niemand" zur europäischen Asyl- und Flüchtlingspolitik als "starken Beitrag für Empathie und Menschlichkeit". Der Film, der unter anderem die Hilfsorganisation Sea-Eye bei der Rettung von in Seenot geratenen geflüchteten Menschen im Mittelmeer begleite, könne "für Verantwortung gegenüber der Schöpfung, für Frieden und für Solidarität sensibilisieren".

Anspruchsvolles Kino

Der EKD-Kulturbeauftragte Johann Hinrich Claussen betonte, gerade das anspruchsvolle, nicht allein kommerziell ausgerichtete Kino erzähle Geschichten, die den Blick weiteten und das Urteil schärften. Ein Beispiel dafür sei der iranische Film "Ein einfacher Unfall". In diesem Bereich sollten die Kirchen "Interesse zeigen, neugierig bleiben, sich ansprechen und berühren lassen".

Der 34. ökumenischen Jury der Berlinale gehören den Angaben zufolge außer Jurypräsident Douglas P. Fahleson aus Irland noch fünf Frauen und Männer aus verschiedenen Ländern an. Darunter ist auch die Professorin für jüdischen Film an der Konrad-Wolf-Filmuniversität Babelsberg, Lea Wohl von Haselberg, die auch Kuratorin des Jüdischen Filmfestivals Berlin-Brandenburg ist.