Rotes Kreuz warnt vor humanitärer Katastrophe in Afghanistan

Rotes Kreuz warnt vor humanitärer Katastrophe in Afghanistan
Die Situation der Menschen in Afghanistan hat sich nach Einschätzung des Roten Kreuzes trotz internationaler Milliardenhilfen verschlechtert.

###mehr-artikel###

Der scheidende Chefdelegierte des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz in Afghanistan, Reto Stocker, warnte am Montag in Kabul vor einer humanitären Krise. "Ich bin mit Sorge erfüllt, jetzt, da ich das Land verlasse", sagte Stocker, der nach sieben Jahren aus dem Amt scheidet.

"Seit ich 2005 hier angekommen bin, haben sich die lokalen Milizen vermehrt, die Zivilbevölkerung ist nicht nur zwischen einer, sondern zahlreichen Fronten gefangen, und es wird immer schwieriger für die normalen Menschen in Afghanistan, medizinische Versorgung zu bekommen", sagte Stocker.

Trotz der Probleme sieht der Arzt jedoch auch Fortschritte. Anders als in den vergangenen Jahrzehnten werde das Leiden der Zivilbevölkerung nun durch die Medien und die Zivilgesellschaft vermittelt. Die Konfliktparteien seien inzwischen eher bereit, Empfehlungen anzunehmen. Dies könne heute nicht von allen Kriegszonen in der Welt gesagt werden.

Das Internationale Rote Kreuz arbeitet seit 1979 in Afghanistan. Es betreibt dort seinen größte Einsatz mit 1.800 Mitarbeitern, 15 Büros und einem Budget von rund 73,5 Millionen Euro für das laufende Jahr. Der neue Landeschef für Afghanistan, Gherardo Pontrandolfi, hat sein Amt in diesem Monat aufgenommen.