Auch in Krisenzeiten ist Hoffnung allgegenwärtig

Kirchenfenster mit der heiligen Familie

© Getty Images/iStockphoto/allanswart

Kleinere und größere Glücksmomente im Alltag zeigten ebenso wie die Weihnachtsgeschichte, dass sich das Gute oft im Alltäglichen ereigne, sagt Landesbischof Ralf Meister in seiner Weihnachtsbotschaft.

Weihnachtsbotschaft
Auch in Krisenzeiten ist Hoffnung allgegenwärtig
Angesichts eines Weihnachtsfests in kriegs- und krisengeprägter Zeit hat der hannoversche Landesbischof Ralf Meister dazu aufgerufen, mehr Hoffnung zu wagen. "Zur Hoffnung besteht - trotz allem - mehr als genug Anlass, sagte der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) dem Evangelischen Pressedienst (epd): "Die Welt ist in vielen kleinen Momenten unseres Alltags oft besser als wir sie sehen."

Tagtäglich erlebten Menschen kleinere und größere Glücksmomente, die die Gegenwart von etwas Größerem erahnen ließen, sagte der Theologe: "Du wachst morgens neben dem Menschen auf, den du liebst. Du führst ein gutes Gespräch, lachst mit deinen Kindern, freust dich über den unverhofften Anruf eines alten Freundes nach Jahren der Funkstille".

Solche Erfahrungen wirkten zunächst nebensächlich gegenüber den grausamen Bildern aus der Ukraine und beunruhigenden Nachrichten von durchfrorenen Wintern und zunehmenden sozialen Verwerfungen in der Gesellschaft. "Aber auch diese Erfahrungen zählen", unterstrich Meister. Sie zeigten ebenso wie die Weihnachtsgeschichte, dass sich das Gute, das Hoffnung stifte, oft im Alltäglichen ereigne - und ein Anstoß für große Veränderungen sein könne: "Im unscheinbaren Stall von Bethlehem, inmitten von Stroh und Dreck, ausgerechnet dort wächst Hoffnung - und das Versprechen, dass Gottes Reich kommt".

Dennoch könne es zynisch wirken, Menschen, die von Krieg, Verlusten oder bitterer Armut gezeichnet seien, auf eine kommende, bessere Welt zu vertrösten, sagte Meister. Voraussetzung, um allen Menschen eine hoffnungsvolle Perspektive zu ermöglichen, seien konkrete Maßnahmen wie Obdach, Nahrung und Bildungsmöglichkeiten für die Schwächsten in der Gesellschaft. Dann erwachse "eine Hoffnung, die sagt, dass Schmerz und Verzweiflung nicht das letzte Wort haben".

Meister betonte, dass die Hoffnung auf eine bessere Welt, "nicht als Ruhekissen, sondern als Zuspruch und Ertüchtigung" zum Handeln verstanden werden sollte: "Wenn wir verstehen, dass wir mit Umweltverschmutzung und Kriegen Barbarei gegen die Schöpfung, gegen das Eigentum Gottes, begehen, folgt daraus, zumindest aus christlicher Perspektive, kein Stillhalten, sondern Handlungsdruck."

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