Synodaler Weg endet ohne weitere Eklats

Bischof Bätzing, Vorsitzender der katholischen Bischofskonferenz, steht gegenüber von katholischen Frauen, die Protestschilder hochhalten.

© epd-bild/Michael Schick

Bischof Bätzing, Vorsitzender der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, wird mit Reform-Wünschen der katholischen Laien-Frauen konfrontiert. Hier im Bild Vertreterinnen des katholischen Frauenverbands kfd.

Zentrale Ziele der Laien vertagt
Synodaler Weg endet ohne weitere Eklats
Katholische Bischöfe und kirchlich engagierte Laien haben sich bei einer dreitägigen Versammlung in Frankfurt am Main mit großer Mehrheit dafür ausgesprochen, die Zulassung von Frauen zu allen kirchlichen Ämtern zu debattieren und eine Neubewertung der Homosexualität vorzunehmen.

Nach dem Desaster am Beginn der Versammlung des Synodalen Wegs haben sich katholische Bischöfe und kirchlich engagierte Laien doch noch für eine Fortsetzung der Zusammenarbeit ausgesprochen. Bei einer dreitägigen Versammlung entschied eine große Mehrheit, weiter über die Zulassung von Frauen zu allen kirchlichen Ämtern zu debattieren und eine Neubewertung der Homosexualität vorzunehmen. Damit habe die Versammlung des Reformforums Synodaler Weg nach einer "gewissen Achterbahnfahrt" doch noch ein gutes Ende gefunden, sagte die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Irme Stetter-Karp nach Abschluss der Beratungen in Frankfurt am Main. Zwischenzeitlich sei nicht klar gewesen, ob die Beratungen komplett scheitern würden.

Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, versprach, die Forderungen der deutschen Katholiken nun gegenüber der Weltkirche vorzubringen. "Wir werden jetzt mit diesen gepackten Koffern nach Rom aufbrechen", sagte der Limburger Bischof. Dort müssten Veränderungen geschehen. Die getroffenen Richtungsentscheidungen würden aber auf jeden Fall auch schon jetzt das "Handeln der Kirche in Deutschland verändern".

Auch Bätzing zeigte sich sehr enttäuscht über den Eklat zum Auftakt der Beratungen. Für ihn sei im Vorfeld nicht absehbar gewesen, dass die Zwei-Drittel-Mehrheit der Bischöfe für das Reformpapier zur katholischen Sexualmoral verfehlt werden würde.

Vertrauen in katholische Bischöfe geht verloren

Auch der katholische Essener Bischof Franz-Josef Overbeck hat die gescheiterte Abstimmung über einen Grundlagentext zur Änderung der katholischen Sexualmoral beim Reformdialog Synodaler Weg bedauert. Damit gehe "einmal mehr Vertrauen in uns Bischöfe verloren", erklärte der Ruhrbischof. Auch wenn nur eine Minderheit der Bischöfe den Text gekippt habe, "bleiben doch bei vielen Zweifel, wie veränderungswillig und veränderungsbereit unsere Kirche ist". Er könne den Zorn, die Verärgerung und Enttäuschung vieler in der katholischen Kirche verstehen.

Am Donnerstagabend hatten bei der Synodalversammlung in Frankfurt am Main gut 20 Bischöfe mit ihrer Sperrminorität einen Grundlagentext gekippt, der nach Änderungen der katholischen Sexualmoral verlangt. Darin wird unter anderem gefordert, gleichgeschlechtliche Beziehungen und diverse Geschlechteridentitäten anzuerkennen. 

Das Forum Synodaler Weg für Kirchenreformen und die Aufarbeitung des Missbrauchsskandals war 2019 auf Initiative von Bischofskonferenz und ZdK gestartet. Die fünfte und letzte Synodalversammlung soll im März 2023 stattfinden. Im Zuge der Debatten soll auch das kirchliche Arbeitsrecht grundsätzlich überarbeitet werden.

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