Musik ist "Religion für die Ohren"

Person mit Köpfhörern im roten Sonnenlicht

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Es gibt einige Analogien zwischen Musik und Religion. Ähnlich wie das Gebet mache Musik schwere Situationen im Leben erträglicher. Das sagte der Kurator der Schlosslichtspiele in Karlsruhe, Peter Weibel.

Weltkirchenrat (ÖRK) in Karlsruhe
Musik ist "Religion für die Ohren"
Bei der Vollversammlung des ökumenischen Weltkirchenrats (ÖRK) vom 31. August bis zum 8. September in Karlsruhe ist Musik ein Thema. Zum Programm sind Vertreter von mehr als 350 Mitgliedskirchen eingeladen.

Für den Kurator der Schlosslichtspiele in Karlsruhe, Peter Weibel, ist Musik Ausdruck eines "Exzesses an Lebensfreude". Ob Rockmusik, Walzer oder Kirchengesänge, Musik sei "Religion für die Ohren", sagte der künstlerisch-wissenschaftliche Vorstand des Karlsruher Medienmuseums ZKM dem Evangelischen Pressedienst (epd). Die Schlosslichtspiele in Karlsruhe finden ab Donnerstag bis zum 19. September unter dem Motto "Music4Life" (Musik fürs Leben) statt.

Es gebe viele Analogien zwischen Musik und Religion. Ähnlich wie das Gebet habe Musik unerträgliche Lebensumstände erträglicher gemacht und sei ein Medium für Lebensfreude und Lebensleid, sagte Weibel. Als Beispiel nannte er die psalmodischen Gesänge von Zisterziensermönchen, Werke von Johann Sebastian Bach (1685-1750) und die amerikanische Gospelmusik.

Für die Vollversammlung des Weltkirchenrats (ÖRK), die vom 31. August bis zum 8. September in Karlsruhe stattfindet, habe er gemeinsam mit dem Medienkünstler Nikolaus Völzow den Beitrag "Wir Menschen sind Fische im Exil" entwickelt. "Wir Menschen sind das Ergebnis der Evolution eines Lebens, das in den Ozeanen entstanden ist", erklärte er den Titel. Unter Verwendung des Fisch-Symbols, eines Zeichens, das bereits die ersten Christen verwendet hätten, gehe es in seinem Beitrag um Schöpfung und Zerstörung.

"Wir haben die Wertschätzung des Lebens verloren", kritisierte Weibel und verwies auf den menschengemachten Klimawandel. Es gebe Milliarden von Galaxien im Universum und Milliarden Sterne in unserer Galaxie: "Und wir sind dabei, unsere Lebensgrundlage, unseren einen Planeten zu zerstören."
Weil Kunst mehr als Unterhaltung sei, sondern der Erkenntnis diene, müsse sie alles dafür tun, das zu verhindern. Damit habe Kunst fast so etwas wie eine "erlösende Funktion", sagte Weibel.

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