Pfälzer Kirche unterstützt Umweltkampagne

Junge verbrennt ein Bündel Kabel

© epd-bild / Uwe Pollmann

Auf dem Müllplatz in Agbogbloshie, dem armen Stadtviertel von Accra in Ghana wird Elektroschrott und Plastik einfach verbrannt. Eine kirchliche Kampagne will das Thema Umweltschutz in dem westafrikanischen Land fördern.

Weg mit dem Plastikmüll
Pfälzer Kirche unterstützt Umweltkampagne
Plastikmüll ist ein großes Problem im westafrikanischen Ghana. Die presbyterianische Kirche organisiert eine Umweltkampagne: Das Sammeln und Wiederverwerten von Plastik ist ein zentrales Element. Ein Auslandspfarrer bittet dafür um Unterstützung.

Es schädigt die Umwelt und bedroht die Gesundheit: "Die Menschen in Ghana werfen ihren Plastikmüll einfach auf die Straße oder verbrennen ihn", erzählt der evangelische Auslandspfarrer Rafael Dreyer. Auch deshalb hat die presbyterianische Kirche in dem westafrikanischen Land bereits 2019 eine Umwelt-Kampagne gestartet. Dabei gehe es vor allem um die Umwelterziehung in Schulen und Kirchen, sagt Dreyer, der ökumenischer Mitarbeiter bei der Presbyterianischen Kirche von Ghana (PCG) in der Hauptstadt Accra ist.

"Green Clean Campaign" heißt die ambitionierte Kampagne für das 30-Millionen-Einwohnerland mit seiner wachsenden, jungen Bevölkerung. Dabei geht es etwa um die Vermeidung und Wiederverwertung von Plastikmüll, den Schutz von Wasser und Boden, Wiederaufforstung und auch die Nutzung von Solarenergie. Unterstützt wird sie auch von der Evangelischen Kirche der Pfalz, die seit langem eine Partnerschaft zur PCG mit ihren rund eine Million Mitgliedern pflegt.

Ein Kernstück der Umweltkampagne ist die Anschaffung von großen Metallboxen zum Sammeln von Plastikmüll in Kirchengemeinden. Recyclingfirmen holen den Müll ab, schreddern ihn zu Granulat und verkaufen ihn ins Ausland, wo er zu neuen Produkten weiterverarbeitet wird. Ein weiteres zentrales Projekt ist die Umstellung in fünf Pilotschulen auf eine umweltfreundliche Trinkwasserversorgung: Die Schüler bringen nicht mehr ihr Wasser in Einwegplastikbeuteln selbst mit, sondern sie erhalten wieder auffüllbare Flaschen.

Auslandspfarrer Rafael Dreyer weiht mit Gläubigen einen Recycling-Container in seiner Gemeinde der presbyterianischen Kirche in der ghanaischen Hauptstadt Accra ein.

Das Bewusstsein, dass man die Lebensgrundlagen vor Raubbau und Verschmutzung schützen müsse, sei in der mehrheitlich christlichen Bevölkerung von Ghana kaum ausgeprägt, sagt Pfarrer Dreyer, der über das Missionswerk "Evangelische Mission in Solidarität" (EMS) mit Sitz in Stuttgart für seinen fünfjährigen Dienst in Ghana vermittelt wurde. Noch bis Ende Juli bleibt der 49-Jährige gemeinsam mit seiner Frau dort. Er ist der einzige Auslandspfarrer der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Ghana.
Unter dem Motto "Sauberkeit kommt gleich nach der Gottesfurcht" mache sich die presbyterianische Kirche in Ghana auch für die Förderung von Hygienemaßnahmen stark, berichtet Dreyer. Zudem unterstütze sie die Anpflanzung von Millionen Bäumen im ganzen Land.

Umweltschutz bleibt Randthema

Dennoch bleibe der Umweltschutz auch in der ghanaischen Kirche ein Randthema, beklagt Dreyer. Im Blick seien mehr die Armutsbekämpfung, die Evangelisierung der Gläubigen - und auch die Missionierung: In den nächsten Jahren wolle die PCG 500.000 neue Mitglieder gewinnen, sagt der Auslandspfarrer. Erreicht werden solle das Ziel auch durch das Abwerben von Christen aus konkurrierenden Kirchen, vor allem aus den in Afrika stetig wachsenden Pfingst- und Freikirchen.

Zur Unterstützung der kirchlichen Umweltkampagne sei eine finanzielle Unterstützung durch die Pfälzer Partner sehr willkommen, wirbt Dreyer. Spenden nehme der Missionarisch-Ökumenische Dienst der pfälzischen Landeskirche in Landau gerne entgegen, ergänzt der Leiter, Pfarrer Florian Gärtner. Die Kampagne sei ein "Hoffnungsschimmer" für ein besseres und gesünderes Leben für die Menschen in Ghana.

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