Kunstreferent bedauert Schließung von Institut

Kirchenbau und -Geschichte
Kunstreferent bedauert Schließung von Institut
Der Referent für Kunst und Kirche der hessen-nassauischen Kirche, Markus Zink, bedauert die Schließung des evangelischen Instituts für Kirchenbau und kirchliche Kunst der Gegenwart an der Universität Marburg.

Es werde künftig vor allem als Forschungslabor an der Schnittstelle von zeitgenössischer Kunst, Architektur und kirchlicher Praxis fehlen, sagte der Theologe am Donnerstag in Frankfurt am Main dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Ganz überraschend komme das Aus des Instituts nicht, sagte Zink. Schon seit längerer Zeit habe es Diskussionen um die Finanzierung gegeben, die bisher zu gleichen Teilen von der hessen-nassauischen, der kurhessischen und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) geleistet worden sei. "An die EKD wurde die Bitte herangetragen, die Finanzierung durch eine Umlage auf alle Landeskirchen zu sichern. Doch dieser Vorschlag ließ sich leider nicht umsetzen."

Der scheidende Leiter des Kirchbauinstituts, der Theologieprofessor Thomas Erne, hatte die Schließung am Mittwoch in Marburg bekanntgegeben. Dadurch werde künftig eine "konzeptionelle Arbeit an der Zukunft des Kirchenbaus" fehlen, sagte er dem epd. Es bestehe zudem die Gefahr, dass mit der Schließung der "Blick in die ästhetische Moderne" verloren gehe.

 

Seit 1961 unterhält die EKD das Institut an der Marburger Philipps-Universität, seit 2010 sind die Räume für die Mitarbeiter:innen und die Bibliothek in der Alten Universität untergebracht. Das Institut begleitet nach eigenen Angaben die kulturelle Praxis der Kirche durch genaue Wahrnehmung der zeitgenössischen Kunst und Architektur und organisiert die wissenschaftliche Reflexion von Religion und Ästhetik, Kirche und Kunst.

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