Bedford-Strohm fordert Asyl-Zugang für Flüchtlinge in Belarus

Portrait von Heinrich Bedford-Strohm

© epd-bild/Christian Ditsch

Der scheidende Ratsvorsitzende der EKD Heinrich Bedford-Strohm fordert ein Ende des Zurückdrängens von Flüchtlingen an der Grenze von Belarus nach Polen.

Menschenwürde verletzt
Bedford-Strohm fordert Asyl-Zugang für Flüchtlinge in Belarus
Der scheidende Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, hat ein Ende des Zurückdrängens von Flüchtlingen an der Grenze von Belarus nach Polen gefordert.

Er schließe sich dem Appell von Amnesty International an alle politisch Verantwortlichen an, den Menschen dort Zugang zu einem regulären Asylverfahren zu geben und damit die menschenunwürdigen Zustände an der EU-Außengrenze zu beenden, sagte Bedford-Strohm am Sonntag bei der digital tagenden Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Bremen. "Dass die Würde und die Rechte von Geflüchteten an so vielen Orten weltweit missachtet und verletzt werden, so auch an den Außengrenzen der EU, ist skandalös und zutiefst beschämend", sagte er.

Die Lage an der Grenze werde jeden Tag schwieriger, sagte der bayerische Landesbischof unter Berufung auf Kontakte zur Kirche in Polen. "Menschengruppen, darunter Familien mit kleinen Kindern, verharren im Freien, suchen Schutz und Hilfe", sagte Bedford-Strohm. Schlechte Wetterbedingungen verursachten starke Erkältungen. Zudem verwies er auf bekannt gewordene Todesfälle. Man könne nicht gleichgültig sein gegenüber dem Schicksal derjenigen, "die ein neues Leben weitab von Konflikten, Verfolgung, Ungleichheit und sozialer Ungerechtigkeit beginnen wollen".

Seit inzwischen Monaten versuchen Flüchtlinge, die der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko als Druckmittel gegen die EU einsetzt, die Grenze nach Polen zu überqueren. Einem Teil der Menschen ist auch die Weiterreise bis nach Deutschland gelungen. Seit August registriert die Bundespolizei nach eigenen Angaben vermehrt sogenannte illegale Einreisen mit Belarus-Bezug. Bis Freitag waren es insgesamt 8.407.

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