Auschwitz Komitee bestürzt über AfD-Erfolg in Sachsen und Thüringen

Auschwitz Komitee bestürzt über AfD-Erfolg in Sachsen und Thüringen

Das Internationale Auschwitz Komitee ist erleichtert über das im Vergleich zu 2017 schlechtere Abschneiden der AfD bei der Bundestagswahl. Dramatisch seien allerdings die AfD-Ergebnisse in Sachsen und Thüringen, erklärte Exekutiv-Vizepräsident Christoph Heubner am Montag in Berlin. In beiden Ländern wurde die AfD stärkste Kraft bei den Erst- und Zweitstimmen.

Die demokratischen Parteien hätten die AfD im Wahlkampf viel zu selbstverständlich als "normalen" demokratischen Mitbewerber durchgehen lassen, ohne die AfD-Repräsentanten immer wieder auf ihre Rhetorik des Hasses, ihre Verachtung der Demokratie und ihre massive Verfilzung mit der Gewaltentwicklung in der "Querdenker"-Szene festzunageln, kritisierte Heubner.

Den AfD-Wahlerfolg in den beiden Bundesländern nannte er einen "dramatischen Weckruf" nicht nur an die demokratischen Parteien, sondern an die gesamte Gesellschaft. Dieser Entwicklung müsse ein starkes und wehrhaftes Engagement für die Demokratie entgegen gesetzt werden.

In Sachsen war die AfD bei der Bundestagswahl am Sonntag mit 24,6 Prozent bei den Zweitstimmen stärkste Kraft geworden. Zudem holte sie zehn von 16 sächsischen Bundestags-Wahlkreisen direkt. Nur in den drei Großstädten Dresden, Leipzig, Chemnitz und dem Vogtlandkreis setzten sich CDU, SPD und Linke bei den Erststimmen durch.

In Thüringen liegen AfD und SPD bei den Erststimmen mit jeweils 23,7 Prozent gleichauf. Bei den Zweitstimmen holte die AfD 24 Prozent und ist damit Wahlgewinnerin. Auf Platz zwei folgt die SPD mit 23,7 Prozent der Zweitstimmen.