Holetschek begrüßt Moderna-Freigabe für 12- bis 17-Jährige

Holetschek begrüßt Moderna-Freigabe für 12- bis 17-Jährige
Ärztevertreter hält Vorgehen der Stiko für richtig
Die Freigabe des Moderna-Impfstoffs auch für Jugendliche wurde jetzt von der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA empfohlen. Eine Empfehlung der deutschen Stiko liegt aber noch nicht vor.

Der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) hofft auf einen weiteren Impffortschritt in der Corona-Pandemie. Die Zulassungsempfehlung des Moderna-Impfstoffs für Jugendliche sei eine "wegweisende Entscheidung", sagte er am Freitag laut Mitteilung. Junge Leute weisen derzeit die höchste Sieben-Tage-Inzidenz auf. Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hatte zuvor in Amsterdam die Zulassung des Impfstoffs von Moderna für 12- bis 17-Jährige empfohlen. Die endgültige Entscheidung liegt bei der EU-Kommission.

"Das zeigt uns ganz deutlich, dass wir junge Menschen jetzt verstärkt beim Impfen in den Fokus nehmen sollte", sagte Holetschek. Denn bislang sei auch noch unklar, welche Langzeitfolgen eine Corona-Infektion für Kinder habe. "Wir sind es den Kindern und Jugendlichen schuldig, auch sie nach Kräften zu schützen", sagte der Minister. Er hoffe nun, dass auch die Ständige Impfkommission (Stiko) ihre Empfehlung zum Impfen von Jugendlichen aktualisiere.

Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, hält das Vorgehen der Stiko, aktuell nur Kindern und Jugendlichen mit bestimmten Vorerkrankungen eine Corona-Impfung zu empfehlen, "unter Berücksichtigung der aktuellen Datenlage" für richtig. "Sollte sich der Wissensstand hier ändern, wird die Stiko das berücksichtigen. Das darf aber keine politische Entscheidung sein sondern muss eine medizinische Entscheidung bleiben", unterstrich Gassen.

Bereits im Mai war der mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer für Kinder ab zwölf Jahren zugelassen worden. Die Stiko in Deutschland hat bisher noch keine generelle Empfehlung für die Impfung von Kindern ab zwölf Jahren gegeben. Sie verweist dabei auf eine zu dünne Datenlage. Geimpft werden sollten nur Kinder mit Vorerkrankungen oder weiteren Risikofaktoren. Außerdem haben Kinder offenbar ein geringeres Risiko, schwer an Corona zu erkranken.

Auch beim Thema Auffrischungsimpfung will Holetschek vorankommen. "Die Pandemie hat uns gezeigt, dass wir schnell handeln müssen, denn auch das Virus entwickelt sich schnell", sagte er am Freitag dem Evangelischen Pressedienst (epd). Er sei der Meinung, "dass auch aus präventiven Gründen eine Auffrischungs-Impfung zumindest für bestimmte Personengruppen sinnvoll ist".

Er werde sich bei diesem Thema für ein bundeseinheitliches Vorgehen einsetzen, kündigte Holetschek an, der derzeit den Vorsitz in der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) innehat. Er halte es für "günstig", wenn die Ständige Impfkommission (Stiko) auch zeitnah eine Empfehlung aussprechen würde. Es müsse so bald wie möglich belastbare Daten geben, wann eine Auffrischungsimpfung nötig ist.