Wenn Glaube trägt

Christinnen in Nigeria beim Gebet
epd-bild/Thomas Lohnes
Joy Udeokoro vertraut auf einen zugewandten Gott: Im Gegenzug könnten die Menschen seine "gnadenvolle Ruhe" erfahren.
Mission.de
Wenn Glaube trägt
Nigeria ist reich an Ressourcen – und doch leiden viele Menschen unter Armut, Korruption und Unsicherheit. Inmitten dieser Realität bleibt der Glaube für viele Christ:innen die stärkste Kraftquelle.

Nigeria ist reich an Ressourcen – und doch leiden viele Menschen unter Armut, Korruption und Unsicherheit. Inmitten dieser Realität bleibt der Glaube für viele Christ:innen die stärkste Kraftquelle. 

Nigeria ist ein Land vieler Stämme und einzigartiger Kulturen, die sich eigentlich harmonisch ergänzen und das Land bereichern sollten – ein Gleichgewicht schaffen, das Nigeria zu einem Anziehungspunkt für Viele macht. Umso ironischer und schmerzlicher ist es, dass Nigeria trotz all dieser Segnungen zu den ärmsten Ländern der Welt gehört und viele Menschen in großer Not leben. Ursache sind unter anderem schlechte Regierungsführung, Korruption, religiöse Vorurteile, Tribalismus, Unsicherheit, mangelnde Grundversorgung sowie vermeidbare Todesfälle.

Viele arbeiten hart, nur um ihr Leben ein wenig erträglicher zu machen – oft jedoch ohne Erfolg. Die Reichen werden immer reicher, die Armen immer ärmer. So breitet sich Hoffnungslosigkeit aus. Viele Menschen wachen jeden Tag auf, ohne zu wissen, was die Zukunft bringt, wie sie ihre Kinder ernähren, ihnen Bildung ermöglichen, sie beschützen oder ihnen ein gutes Leben bieten sollen. Doch für Christ:innen, die wirklich an Gott glauben, gibt es Hoffnung – Halleluja!

Die Bibel verspricht Hoffnung

In Matthäus 11, Vers 28 heißt es: "Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken." Was für eine tröstliche Einladung für Menschen, die erschöpft, müde und hoffnungslos sind! Wenn Jesus ruft, schenkt er auch Erquickung – und das ist keine leere Hoffnung. Das lesen wir in der Bibel.

Während seines irdischen Lebens brachte er überall Ruhe und Frieden: Er ersetzte den Tod durch Leben (z. B. bei Lazarus oder dem Diener des Hauptmanns), sorgte für Versorgung (wie beim Fischfang des Petrus oder bei der Hochzeit in Kana, als Wasser zu Wein wurde), speiste große Menschenmengen mit wenig Nahrung (Speisung der Viertausend), heilte Kranke (die Frau mit dem Blutfluss, Blinde, Aussätzige, Lahme) und schenkte Rettung (der samaritanischen Frau, Zachäus, der Ehebrecherin). Aus seiner Gnade schöpfen wir auch heute unsere Kraft und unseren Glauben für jeden Tag.

Ein persönliches Zeugnis seiner Treue

Meine Zwillingschwester und ich besuchten einmal unsere Großmutter, um einige Tage Urlaub bei ihr zu verbringen. Als es Zeit wurde, in unsere Schule, ein Internat, zurückzukehren, wich unsere Freude der Sorge – wir hatten kein Geld, und auch unsere Eltern, damals als Missionar:innen im Norden Nigerias tätig, konnten wir nicht erreichen.

Am Tag vor unserer Abreise wurde unsere Großmutter immer stiller vor Kummer. Auch wir waren traurig und wussten nicht, wie wir zurück zur Schule kommen oder das nächste Halbjahr überstehen sollten. Doch dann erinnerten wir uns an Gottes Wort, das uns auffordert, unsere Sorgen auf ihn zu werfen, weil er für uns sorgt. Am Mittag desselben Tages spürte ich den starken Drang, mich zurückzuziehen und zu beten – im Vertrauen, dass Gott mich hören und antworten würde. Durch die Führung des Heiligen Geistes verspürten meine Großmutter, meine Schwester und ich unabhängig voneinander denselben Impuls.

So knieten wir – jede in einem anderen Raum – zum Gebet nieder, ohne voneinander zu wissen. Ich schüttete Gott mein Herz aus, bis ich tiefen Frieden und Erleichterung empfand. Da wusste ich: Gott hatte eingegriffen.

Gott schenkt Ruhe

Als ich aus dem Zimmer kam, begegnete ich meiner Schwester, die ebenfalls sang und fröhlich war. Sie erzählte, dass sie gerade gebetet habe und nun Frieden verspüre. Etwa zwei Stunden später saßen wir mit unserer Großmutter auf dem Balkon, als draußen ein Auto hupte. Ich lief zum Tor – und sah eine unserer Tanten! Sie war völlig überrascht, uns dort zu sehen.

Sie erzählte, dass sie an diesem Tag eigentlich gar nicht hatte nach Hause fahren wollen, sondern nur ein Projekt in der Nähe besuchen wollte – doch etwas in ihr habe sie immer wieder gedrängt, doch zu kommen. Schließlich habe sie nachgegeben, "um wenigstens nach Oma zu sehen". Sie brachte Lebensmittel mit, gab unserer Großmutter etwas Geld und schenkte auch uns genug, um Vorräte zu kaufen und am nächsten Tag zur Schule zurückzukehren. Oh, wie wir vor Freude weinten, tanzten und "Danke, Jesus!" riefen! Wir wussten, dass dies kein Zufall war, sondern göttliche Fügung – ein Zeichen seines liebevollen Eingreifens.

Gott ist kein Mensch, der lügt oder seine Meinung ändert. Deshalb tauschen wir unsere Sorgen und Lasten gegen Gottvertrauen – und er schenkt uns dafür seine gnadenvolle Ruhe.

evangelisch.de dankt der Evangelischen Mission Weltweit und mission.de für die inhaltliche Kooperation.