Bedford-Strohm: "So viele Menschen sind an Gräbern gestanden"

Bedford-Strohm: "So viele Menschen sind an Gräbern gestanden"
Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm hat zu Ostern an die Kraft der Auferstehungsbotschaft, aber auch an das Leid vieler Menschen in der Corona-Krise erinnert.

"So viele Menschen haben ihren Lieben beim Sterben nicht die Hand halten können", sagte der bayerische Landesbischof in seiner Predigt zur Osternacht in der Landshuter Christuskirche. "So viele Menschen sind an Gräbern gestanden. Viele konnten nicht bei den Trauerfeiern von Menschen dabei sein, die ihnen am Herzen lagen." Auch die Frauen am Grab Jesu, Maria von Magdala und die "andere Maria", vermutlich die Mutter Jesu, seien voll mit Gefühlen gewesen: Ohnmacht, Schmerz, Verzweiflung. Doch dann komme eine Art Erdbeben, das ihr Leben neu mache.

Was Matthäus über das Geschehen am Grab berichte, "sprengt alles, was wir uns vorstellen können", sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) laut Manuskript in dem Gottesdienst, der ohne Präsenzgemeinde stattfand. Die Vorstellungswelt der Menschen damals sei eine ganz andere gewesen: "Wir lesen seinen Bericht heute mit einem Weltbild, das durch die Aufklärung gegangen ist, das die Erkenntnisse der modernen Naturwissenschaft wahrnimmt und ernst nimmt, die es damals noch gar nicht gab." Und dennoch sei das, was die Frauen erfuhren, auch heute noch "etwas Unglaubliches, etwas, was eigentlich gar nicht sein kann".

Bedford-Strohm erklärte: "Religiöse Hirngespinste, Verschwörungstheorien, spirituelle Betäubungslehren sind gekommen und gegangen". Die Botschaft von der Auferstehung aber werde immer bleiben, und sie bewahrheite sich bis heute: "Überall auf der Welt feiern Menschen heute Ostern."

Die Frauen in der Ostergeschichte seien zu den ersten Botschafterinnen der Auferstehung geworden. "Unzählige Frauen heute bezeugen das Licht der Auferstehung, indem sie täglich für andere da sind und Licht in die Dunkelheit im Leben von Menschen bringen", unterstrich Bedford-Strohm. 80 Prozent der Krankenpflegekräfte und 83 Prozent der Altenpflegekräfte seien Frauen. "Sie helfen und trösten die Covid-Kranken", sagte er. Helfen sei keine Frage des Geschlechts: "Aber oft genug gehen Frauen beim Helfen voran und bringen Licht."

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