A49: Pröpste fordern Rodungsstopp am Totensonntag

Dannenröder Forst

© Arne Dedert/dpa

Polizeibeamte gehen am Maulbacher Wald an einem Spezialgerät vorbei, das bei Rodungsarbeiten im Einsatz ist. Die Projektgesellschaft Deges hat nach eigenen Angaben im Dannenröder Forst bereits rund ein Drittel der geplanten Fläche für den Weiterbau der Autobahn 49 roden lassen.

A49: Pröpste fordern Rodungsstopp am Totensonntag
Die evangelischen Pröpste Matthias Schmidt und Helmut Wöllenstein fordern am Totensonntag einen Rodungsstopp im Dannenröder Forst. Für den Weiterbau der umstrittenen Autobahn 49 zwischen Kassel und Gießen müssen insgesamt 85 Hektar Wald gerodet werden.

Der oberhessische Propst Matthias Schmidt sagte gegenüber dem epd: "Ich bedauere sehr, dass die Rodungsarbeiten auch sonntags stattfinden - zuletzt sogar am zurückliegenden Volkstrauertag." Er bitte daher die Verantwortlichen darum, den bevorstehenden Ewigkeitssonntag, der auch Totensonntag genannt wird, "in seinem besonderen Charakter zu respektieren und auf Rodungsarbeiten zu verzichten". Am kommenden Sonntag gedenken evangelische Christen traditionell ihrer Toten.

Nach den Worten des Propstes des Sprengels Marburg, Helmut Wöllenstein, könne es sinnvoll sein, "in der aktuell aufgeheizten Lage rund um den Dannenröder Forst in Mittelhessen die Auszeiten an Sonn- und Feiertagen zu nutzen, um für eine Deeskalation zu sorgen".

Das Evangelische Dekanat Vogelsberg engagiere sich bereits seit vielen Monaten dafür, dass die unterschiedlichen Interesselagen vor Ort friedlich ausgetragen werden können, hieß in der gemeinsamen Mitteilung von Evangelischer Kirche in Hessen und Nassau und Evangelischer Kirche von Kurhessen-Waldeck weiter.

Gegen den Bau protestieren verschiedene Umweltgruppen. Im Dannenröder Forst befindet sich das Zentrum des Protestes. Aktivisten halten dort Teile des Waldes bereits seit einem Jahr besetzt.

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