Mehr ältere Menschen im öffentlichen Dienst beschäftigt

Mehr ältere Menschen im öffentlichen Dienst beschäftigt
Linke mahnt altersgerechte Arbeitsgestaltung an
In den Verwaltungen arbeiten immer mehr Menschen, die 60 Jahre alt sind oder älter. Zugleich nimmt die Zahl der Vollzeit-Mitarbeiter ab. Die Linke sieht diesen Trend kritisch und warnt vor zunehmender Arbeitsbelastung im öffentlichen Dienst.

Im öffentlichen Dienst sind zunehmend ältere Menschen beschäftigt. Im vergangenen Jahr gab es 552.000 Mitarbeiter im Alter von 60 Jahren und älter, das entsprach einem Anteil von 11,9 Prozent, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linkspartei hervorgeht, die dem Evangelischen Pressedienst (epd) vorliegt. Im Jahr 2013 waren es 464.000 und damit 88.000 weniger. Der Anteil an allen Beschäftigten im öffentlichen Dienst betrug damals 10,47 Prozent. Zuerst hatte die "Neue Osnabrücker Zeitung" (Mittwoch) über die Zahlen berichtet.

Die Zahl der Vollzeitbeschäftigten im öffentlichen Dienst ist laut der Regierungsantwort in den vergangenen zwei Jahrzehnten deutlich zurückgegangen, von 4.438.800 im Jahr 2000 auf 4.303.600 im Vorjahr. Das war ein Minus von 135.200 Stellen beziehungsweise 3,04 Prozent. Beim Bund war der Einschnitt mit minus 16,38 Prozent (95.000 Vollzeitstellen) besonders groß. Das Durchschnittsalter der Beschäftigten des öffentlichen Dienstes insgesamt lag 2019 bei 44,2 Jahren, im Bundesbereich (ohne Berufs- und Zeitsoldaten) bei 46, im kommunalen Bereich bei 45,5 Jahren.

Angesichts des steigenden Anteils älterer Mitarbeiter in den Verwaltungen warnte die Linken-Sozialexpertin Sabine Zimmermann vor zu hoher Arbeitsbelastung im öffentlichen Dienst. Sie sagte mit Blick auf die aktuelle Tarifrunde im öffentlichen Dienst des Bundes und der Kommunen: "Die Arbeitsbedingungen müssen so ausgestaltet sein, dass die Beschäftigten bis zum Rentenalter durchhalten können und auch bei guter Gesundheit in Rente gehen." Personalmangel ziehe sich wie ein roter Faden durch die Arbeitsbedingungen im öffentlichen Dienst.

"Arbeitsverdichtung und -belastung haben enorm zugenommen. Viele Beschäftigte arbeiten immer öfter über die Leistungsgrenzen hinaus", sagte Zimmermann und warb für eine altersgerechte Arbeitsgestaltung. Es brauche zwingend auf allen Ebenen mehr Personal, zumal immer mehr Beschäftigte in den kommenden Jahren in den Ruhestand gingen. "Hier droht Bund, Ländern und Kommunen die viele Jahre vorherrschende Sparpolitik auf die Füße zu fallen."

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