Kritik an ausbleibendem Schuldenerlass für Entwicklungsländer

Kritik an ausbleibendem Schuldenerlass für Entwicklungsländer

Europäische Entwicklungshilfeorganisationen haben einen ausbleibenden Schuldenerlass für ärmere Länder kritisiert. Trotz vieler Worte der Mitgliedsländer von Internationalem Währungsfonds (IWF), Weltbank und G20 seien die in dieser Woche erzielten Ergebnisse enttäuschend, erklärte die Direktorin des Europäischen Netzwerks zu Schulden und Entwicklung (Eurodad), Jean Saldanha, am Freitagabend. Bei der Jahrestagung von IWF und Weltbank hatten sich die großen Wirtschaftsnationen nur auf eine Verlängerung eines Moratoriums bis Mitte 2021 geeinigt, nicht aber auf den Erlass von Schulden.

Eurodad-Direktorin Saldanha forderte ein Umdenken und warnte, der heutige Ansatz könne die weltweiten Ungleichheiten sowie die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Corona-Pandemie verschärfen. In Entwicklungsländern drohten größere Armut und eine unsichere Zukunft. Dem Netzwerk Eurodad gehören 49 zivilgesellschaftliche Organisationen in 20 Ländern an. Auch das deutsche Entschuldungsbündnis erlassjahr.de, "Brot für die Welt", Misereor und Oxfam Deutschland hatten vor dem Treffen der großen Wirtschaftsnationen gewarnt, das bestehende Schuldenmoratorium reiche nicht aus.

Die G20-Staaten hatten am Mittwoch im Zuge ihrer Entschuldungsinitiative DSSI eine Verlängerung des Moratoriums um sechs Monate beschlossen. Zudem bekommen die 43 derzeit teilnehmenden Entwicklungsländer sechs statt vier Jahre Zeit, um ihre Schulden zurückzuzahlen. Durch den Corona-Ausbruch und die hohen Ausgaben für die Bekämpfung der Pandemie hat sich die hat sich die Wirtschaftslage in vielen Ländern stark verschlechtert. Die sambische Regierung hatte am Donnerstag angekündigt, ohne einen Zahlungsaufschub durch seine Gläubiger drohe ein Zahlungsausfall.

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