Thomaskantor wirft Leipziger Universität "Arroganz" vor

Thomaskantor wirft Leipziger Universität "Arroganz" vor
Im Streit um die Wiederaufstellung der historischen Kanzel der Leipziger Universitätskirche wirft der Leipziger Thomaskantor Gotthold Schwarz der Universität "Arroganz" vor.

In einer die Geschichte ignorierenden Arroganz würden fadenscheinige Argumente ins Feld geführt, um die Kanzel außen vor zu lassen, erklärte der Leiter des Thomanerchors in einem am Sonntag in Leipzig verbreiteten Schreiben.

"Wenn man schon die Chance vertan hat, die Kirche in ihrer ursprünglichen Form wiederaufzubauen, so wie es in Dresden mit der Frauenkirche möglich gewesen ist, so ist es Verpflichtung, der Kanzel ihren Platz in der Kirche heute wiederzugeben", schreibt der Thomaskantor. Die 1968 vor der Zerstörung gerettete Kanzel sei ein bedeutendes Symbol für das Streben nach Freiheit und stehe "auch einer Aula in einem eher schmucklosen Raum gut zu Gesicht", so Schwarz.

Der Streit um die Aufstellung der Barockkanzel von 1738, die aus der alten, 1968 von der DDR gesprengten Paulinerkirche gerettet worden war, schwelt seit Jahren. Der Nachfolgebau "Paulinum - Aula und Universitätskirche St. Pauli" war im Dezember 2017 eröffnet worden und sieht eine Mehrfachnutzung als Kirche und Aula vor.

 

Mit Verweis auf das ungünstige Raumklima in dem Neubau hatte der Hochschulsenat im September 2019 beschlossen, dass die Kanzel entgegen vorheriger Vereinbarungen nicht wieder aufgestellt werden soll. Dagegen richtet sich eine Anfang des Jahres gestartete Online-Petition "Wort halten", die bislang von knapp 1.700 Menschen unterzeichnet wurde.

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