Bischof Meister für Bürgerbeteiligung bei Endlagersuche

Landesbischof Ralf Meister

© Peter Steffen/dpa

Der evangelische hannoversche Landesbischof Ralf Meister plädiert beim ersten "Begleitforum Endlager" am Donnerstag in Hannover für einen gesellschaftlichen Konsens bei Endlagersuche.

Bischof Meister für Bürgerbeteiligung bei Endlagersuche
Niedersachsen will die Suche nach einem Endlager für hochradioaktiven Atommüll mit umfassender Bürgerbeteiligung begleiten. "Ein gesellschaftlicher Konsens ist nötig, damit später Betroffene die Entscheidung für einen Standort akzeptieren", sagte der evangelische hannoversche Landesbischof Ralf Meister beim ersten "Begleitforum Endlager" am Donnerstag in Hannover.

Meister arbeitete als Repräsentant der Evangelischen Kirche in Deutschland bis 2016 in der Endlagerkommission von Bund und Ländern mit. Der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies (SPD) sagte bei dem Forum, die Endlagersuche dürfe keine technokratische Debatte werden, sondern müsse die Ängste und Sorgen von Bürgern einbeziehen. Am 28. September werde die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) in einem Zwischenbericht bundesweit mögliche Standorte für ein Endlager benennen. Aufgrund vieler geeigneter Salzvorkommen würden wahrscheinlich auch niedersächsische Orte dabei sein. Der Zwischenbericht orientiere sich in seiner Grundauswahl an geologischen Kriterien, auch der seit Jahrzehnten umstrittene Standort Gorleben sei somit nicht ausgeschlossen.

In dem Begleitforum sollen sich Lies zufolge Bürgerinnen und Bürger, Organisationen, Kirchenvertreter und weitere Initiativen bis zu dreimal im Jahr treffen, um den Suchprozess kritisch zu begleiten. Das Forum sammle Bürger-Anregungen, formuliere Beschwerden und rege Initiativen für die Landespolitik an. Zugleich solle es die Forderungen aus Niedersachsen während des gesamten Suchprozesses weitertragen - auch über Legislaturperioden hinweg: "Das Begleitforum soll in der Endlager-Debatte zugleich ein Seismograph und Frühwarnsystem sein." Begleitet und koordiniert wird das Forum durch das Umweltministerium.