ÖRK-Generalsekretär befürchtet finanzielle Engpässe wegen Corona

ÖRK-Generalsekretär befürchtet finanzielle Engpässe wegen Corona
Die Corona-Krise droht den Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) in finanzielle Bedrängnis zu bringen.
09.08.2020
epd-Gespräch: Jan Dirk Herbermann
epd

"Einige unserer 350 Mitgliedskirchen haben Probleme und können wahrscheinlich nicht die vollen Beiträge für unser Budget zahlen", sagte Ioan Sauca, Interims-Generalsekretär des ÖRK, dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Genf. Aufgrund möglicher Engpässe könnte auch die anstehende 11. Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen in Karlsruhe vom 31. August bis zum 8. September 2022 kleiner als geplant ausfallen. "Wir müssen sehen, wo wir sparen können", hielt der Theologieprofessor mit Blick auf die weltweit größte ökumenische Zusammenkunft fest. Zu der 10. Versammlung 2013 in Busan, Südkorea, kamen rund 5.000 Delegierte, Besucher und Journalisten.

"Die ursprünglich für 2021 geplante Veranstaltung wurde aufgrund der gegenwärtig ernsten Lage weltweit und der Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie um ein Jahr verschoben", sagte Sauca. Es habe keine anderen Gründe für die Terminänderung gegeben, hielt der Priester der Orthodoxen Kirche in Rumänien fest.

EKD stützt geplante Versammlung

Er betonte, dass die EKD, die Evangelische Landeskirche in Baden, die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland und alle anderen im sogenannten Gastausschuss versammelten Kirchen und Organisationen weiterhin mit vollem Engagement hinter der Versammlung stünden. Die EKD und die badische Kirche würden denselben Beitrag für die Versammlung 2022 zahlen, den sie schon für 2021 zugesagt hatten.

"Als vielseitigste Zusammenkunft von Christinnen und Christen dieser Größenordnung weltweit ist die ÖRK-Vollversammlung eine einzigartige Gelegenheit für die Kirchen, ihr Engagement für sichtbare Einheit und ein gemeinsames Zeugnis ablegen", sagte Sauca weiter. Die Corona-Pandemie werde sicher auch noch in zwei Jahren bei der Versammlung eine Rolle spielen.

Berufung des neuen Generalsekretärs 

Der 64-Jährige soll nach eigenen Worten bis Juni 2021 Interims-Generalsekretär bleiben. Dann werde der ÖRK-Zentralausschuss über seine Nachfolge entscheiden. Es gibt zwei Kandidaten für seine Nachfolge: Elizabeth Joy von der Orthodox-Syrischen Kirche von Malankara, die ihren Hauptsitz in Indien hat, und Jerry Pillay von der presbyterianischen Kirche in Südafrika.

Sauca trat im Frühjahr als Interims-Generalsekretärs des ÖRK an. Wegen der Corona-Krise konnte der ÖRK keinen regulären Nachfolger für den damals amtierenden Generalsekretär, den norwegischen Lutheraner Olav Fykse Tveit, finden. Seit 2001 leitet Sauca bereits das Ökumenische Institut Bossey bei Genf. Die Kirchen des ÖRK repräsentieren mehr als 500 Millionen Gläubige.

ÖRK-Mitgliedskirchen finden sich in allen Regionen der Welt. Zu ihnen zählen die Mehrzahl der orthodoxen Kirchen, alt-katholische, anglikanische, baptistische, lutherische, mennonitische, methodistische, reformierte und unabhängige Freikirchen sowie einige Pfingstkirchen. Die römisch-katholische Kirche, die fast 1,4 Milliarden Gläubige vereint, ist nicht Mitglied. Vertreter des Vatikans arbeiten jedoch seit Ende der 1960er Jahre in wichtigen ÖRK-Gremien mit.

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