Diakonie startet neues Projekt für Prostituierte

Prostitution in Corona-Zeiten

© epd-bild/Heike Lyding

Bordell im Frankfurter Bahnhofsviertel. Fast alle Bundesländer haben noch Sex in Bordellen strikt verboten. Abstandsregeln und Kontaktverbote bedrohen die Existenz Prostituierter.

Diakonie startet neues Projekt für Prostituierte
Die Diakonie im Landkreis Esslingen hat ein neues Angebot für Prostituierte ins Leben gerufen. Sie sollen von Mitarbeiterinnen aufgesucht, unterstützt und beraten werden, teilte der Kreisdiakonieverband am Donnerstag mit.

Das Projekt trägt den Namen "Rahab" - benannt nach der ersten in der Bibel erwähnten Prostituierten - und ist finanziell vorerst für drei Jahre gesichert.  

Im Kreis Esslingen gebe es 200 angemeldete Prostituierte und dazu eine "extrem hohe" Dunkelziffer, sagte die Leiterin der Diakonischen Bezirksstelle Nürtingen, Maria Neuscheler. Frauen aus vielen verschiedenen Ländern gingen dem Gewerbe nach, fast nie freiwillig und oft brutaler Gewalt ausgesetzt. Die beiden Mitarbeiterinnen Olivia von der Dellen und Rebekka Gärtner wollen den Frauen auch beim Ausstieg helfen, wenn das gewünscht sei, hieß es weiter. Für die Beratenen ist die Diakonie-Leistung kostenlos.

Weil die betroffenen Frauen häufig kaum Deutsch sprächen, ist der Einsatz von Dolmetschern geplant. Die Prostituierten sollen psychische Probleme, Sucht und durch die Sexarbeit entstandene körperliche Schäden zur Sprache bringen können. Langfristig ist die Anmietung einer Schutzwohnung geplant, um in Fällen von Gewalt oder Ausstieg eine Übergangslösung zu schaffen.

Die Personalkosten für "Rahab" trägt zu 80 Prozent die deutsche Fernsehlotterie. Den Rest steuert der Kreisdiakonieverband bei.

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