US-Kardinal verurteilt Trump-Besuch an Schrein für Johannes Paul II.

US-Kardinal verurteilt Trump-Besuch an Schrein für Johannes Paul II.

Der römisch-katholische Erzbischof der US-Hauptstadt Washington, Wilton Gregory, hat scharf gegen einen Besuch von Präsident Donald Trump an einem Schrein für Papst Johannes Paul II. (1920-2005) protestiert. Der Schrein sei bei dem Besuch auf dem Gelände der katholischen Universität in Washington am Dienstag "missbraucht" worden. Papst Johannes Paul II. sei ein leidenschaftlicher Streiter für Menschenwürde gewesen, erklärte Gregory. Er hätte es gewiss abgelehnt, Tränengas gegen Demonstranten einzusetzen, um Trump damit einen Fototermin vor einer Kirche zu ermöglichen.

Gregory bezog sich auf Trumps Kurzbesuch der Saint John's Episcopal Kirche unweit des Weißen Hauses am Montag. Sicherheitskräfte hatten Tränengas eingesetzt, um Demonstranten zu vertreiben und Trumps Besuch zu ermöglichen. Für Fotografen hielt der Präsident eine Bibel in die Höhe. Der Gang zur Kirche folgte Trumps Ankündigung, er werde "Tausende Soldaten" einsetzen gegen die landesweiten, teils gewalttätigen Proteste gegen Polizeigewalt.

Die Fernsehübertragung von Trumps Besuch am Dienstag zeigte etwa drei Minuten lang, wie der Präsident und First Lady Melania Trump auf einem leeren Platz auf die Statue von Papst Johannes Paul II. zugehen, dort verharren und wieder gehen. Trumps Aufenthalt im Schrein fand ohne Kamerapräsenz statt.

Politische Beobachter interpretierten den Auftritt als Geste an katholische Wähler, auf die Trump bei der kommenden Präsidentschaftswahl im Herbst angewiesen sei. Der demokratische Kandidat Joe Biden ist Katholik.

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