KfW-Zusagen für Entwicklungsprojekte stabil bei rund zehn Milliarden

KfW-Zusagen für Entwicklungsprojekte stabil bei rund zehn Milliarden
Afrika bleibt im Fokus der staatlichen KfW-Bankengruppe. Fast ein Drittel der rund zehn Milliarden Euro Zusagen im vergangenen Jahr gingen an den Nachbarkontinent. In der Corona-Krise ist die Unterstützung 2020 besonders nötig.

Mit Zusagen über 10,6 Milliarden Euro für Entwicklungsprojekte weltweit hat die staatliche KfW 2019 an den Umfang des Vorjahres angeknüpft. Dabei entfielen 8,8 Milliarden Euro (2018: 8,7 Milliarden) auf die KfW Entwicklungsbank und 1,8 Milliarden (1,9 Milliarden) auf die KfW-Tochter DEG, wie die Bankengruppe am Montag bei einem Online-Bilanzgespräch mitteilte. Im Fokus steht weiter Afrika: Mit rund 29 Prozent aller Zusagen habe der regionale Schwerpunkt auf dem Nachbarkontinent gelegen.

An Afrika und den Nahen Osten zusammen seien allein bei der KfW Entwicklungsbank 3,5 Milliarden Euro der Neuzusagen (40 Prozent) gegangen. Die breite Unterstützung der Afrika-Initiativen der Bundesregierung stehe weiter im Vordergrund, erklärte die KfW. Für die regionale Verteilung werden in diesem Jahr auch inmitten der Corona-Krise wenig Veränderungen erwartet. Corona treffe alle, der Kampf gegen die Pandemie sei eine globale Aufgabe, betonte Vorstandsmitglied Joachim Nagel.

In der Krise sei auch die KfW gefragt, zügig Mittel für die Bewältigung der Pandemie und ihre Folgen bereitzustellen, sagte Nagel. Er verwies auf eine Beteilung am Corona-Sofortprogramm der Bundesregierung. Unterstützt werde unter anderem mit Soforthilfemaßnahmen für den Gesundheitssektor und die Ernährungssicherung, zusätzlichen Mitteln für kleine und mittlere Unternehmen sowie Liquidität für Staaten. Die dringliche Lage zeige etwa der gravierende Mangel an Intensivbetten wie in Burkina Faso. Dort habe es im März nur zwölf solcher Betten für 20 Millionen Menschen gegeben, sagte Nagel. "Die Zahl spricht für sich." Wirtschaftlich würden besonders kleine Gewerbetreibende und Arbeitnehmer von der Krise mit voller Wucht getroffen. "Die sozio-ökonomische Stabilität der betroffenen Entwicklungs- und Schwellenländer - und damit der Entwicklungsfortschritt der vergangenen Jahre - steht auf dem Spiel", erklärte Nagel.

Christiane Laibach, Vorsitzende der Geschäftsführung der DEG (Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft), ergänzte: "Als Entwicklungsfinanzierer sind wir in dieser Situation besonders gefordert." Ziel sei, Arbeitsplätze in den mitfinanzierten Unternehmen zu sichern und die Kunden durch die Krise zu begleiten.

Bei den von der Entwicklungsbank im vergangenen Jahr zugesagten Mitteln stammen laut KfW 3,8 Milliarden Euro aus dem Bundeshaushalt, 4,5 Milliarden Euro sind KfW-Mittel. Die übrigen 500 Millionen Euro seien im Auftrag anderer Geber zugesagt worden, hauptsächlich vonseiten der EU-Kommission (435 Millionen Euro). Rund 60 Prozent der Gesamtzusagen seien auf Projekte im Klima- und Umweltschutz entfallen.

Die DEG stellte den Angaben zufolge Unternehmen in Entwicklungs- und Schwellenländern die 1,8 Milliarden Euro aus eigenen Mitteln für die Finanzierung privater Investitionen bereit. Das Portfolio sei um rund acht Prozent auf neun Milliarden Euro gewachsen. Die geförderten Firmen beschäftigten im vergangenen Jahr laut DEG 2,1 Millionen Menschen und erwirtschafteten ein lokales Einkommen von 92 Milliarden Euro. Für Vorhaben, die Klima- und Umweltschutz fördern, seien 691 Millionen Euro bereitgestellt worden, etwa Finanzierungen für Solarparks in Kenia, Jordanien und Bangladesch.

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