Evangelischer Theologe und Judaist gestorben

Evangelischer Theologe und Judaist gestorben
Der Göttinger evangelische Theologieprofessor und Judaist Berndt Schaller ist tot. Er starb bereits am 1. Mai im Alter von 89 Jahren, wie die Universität Göttingen am Samstag mitteilte.

Schaller setzte sich über viele Jahre hinweg in leitenden Positionen für den Dialog zwischen Kirche und Judentum ein. Von 1998 bis 2007 war er evangelischer Präsident des Deutschen Koordinierungsrates der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit. Von 1998 bis 2010 leitete er als Vorsitzender die Buber-Rosenzweig-Stiftung. Von 1985 bis 1997 engagierte sich der Wissenschaftler zudem in der Kommission Kirche Judentum der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

Schaller lehrte von 1972 bis 1995 an der Theologischen Fakultät der Göttinger Uni, zuletzt als Dozent für antikes Judentum und Neues Testament. Die Geschichte, Literatur und Religion des antiken Judentums und die jüdischen Grundlagen des Neuen Testaments waren die Schwerpunkte seiner Forschung. Seine Studien zu jüdischen Schriften in griechischer Sprache gelten als Standardwerke. Außerdem erforschte Schaller die jüdische Regionalgeschichte in Niedersachsen. Er untersuchte dabei unter anderem mehrere jüdische Friedhöfe und bot regelmäßig Führungen zu diesen Grabstätten an.

Schaller gehörte der Evangelisch-Reformierten Gemeinde an. Für den 28. August ist in Göttingen ein Gedenkgottesdienst geplant. Dann wäre Schaller 90 Jahre alt geworden.
 

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