Militärbischof erinnert an "Karfreitagsgefecht" in Afghanistan

Militärbischof erinnert an "Karfreitagsgefecht" in Afghanistan

Der evangelische Militärbischof Sigurd Rink hat an das "Karfreitagsgefecht" der Bundeswehr in Afghanistan im Jahr 2010 erinnert. Erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg seien Tod, Verwundung, Sterben in einer Gefechtssituation zur Berufsrealität der Soldatinnen und Soldaten geworden, sagte Rink in Berlin. Die militärisch und existenziell einschneidende Erfahrung habe in den Streitkräften bei einer ganzen Generation tiefe Spuren hinterlassen.

Bei einem Gefecht mit Taliban am 2. April 2010, dem Karfreitag, bei Isa Khel fielen drei Soldaten der Bundeswehr: Hauptfeldwebel Nils Bruns (35 Jahre), Stabsgefreiter Robert Hartert (25) und Hauptgefreiter Martin Augustyniak (28). Acht weitere Soldaten wurden teils schwer verwundet. Die Aufgabe der Seelsorge an Soldatinnen und Soldaten bei Extremereignissen sei seitdem tiefgreifend verändert worden, erklärte Rink: "Das Gefecht war auch für die Seelsorge eine Zäsur."

Erst damals sei man sich bewusst geworden, dass es systematische seelsorgerlich Hilfen für Einsatzfolgen geben müsse. Gemeinsam mit den Bundeswehrkrankenhäusern seien die seelischen Komponenten der Posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) erkannt worden. "Wir erkannten auch die Bedeutung einer 'Moral Injury', der moralischen Verletzung, die soldatische Führer durch Befehle in Kampfeinsätzen erleiden können." Direkt nach Einsätzen seien deshalb Seelsorger der Kirchen enorm gefragt: "In Andachten und Gesprächen stehen sie den Soldaten bei."

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