Corona-Regeln: Merkel bittet Menschen um Geduld

Corona-Regeln: Merkel bittet Menschen um Geduld
Knapp eine Woche nach Verhängung der Kontaktsperre im Kampf gegen das Coronavirus dankt die Bundeskanzlerin den Bürgerinnen und Bürgern für die konsequente Umsetzung. Leider gebe es noch keinen Grund, die Beschränkungen zu lockern.

Mit Blick auf die Restriktionen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie haben Bundesregierung und Experten die Menschen in Deutschland zu Geduld aufgerufen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte am Samstag in ihrem wöchentlichen Podcast, noch gebe es leider keinen Grund, die Regeln zu lockern. "Ich muss Sie bitten, seien Sie geduldig", sagte sie in der Botschaft aus ihrer häuslichen Quarantäne.

Kanzleramtschef Helge Braun betonte, die Maßnahmen würden größtenteils bis zum 20. April gelten. Auch der Präsident des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Christoph Unger, warnte vor einem vorschnellen Zeitplan zur Lockerung der Ausgangsbeschränkungen.

Leben auf ein Minimum heruntergefahren

Merkel (CDU) dankte den Bürgerinnen und Bürgern in Deutschland für die konsequente Umsetzung der Maßnahmen. "Die neuen Regeln haben das öffentliche Leben für jeden spürbar in wenigen Tagen auf ein Minimum heruntergefahren", sagte sie. Fast alle Menschen hätten sichtbar ihr Verhalten umgestellt. Angesichts dessen wolle sie einfach sagen: "Danke - von ganzem Herzen danke!", betonte Merkel.

Die Kanzlerin warnte davor, ungeduldig zu werden. Niemand könne heute mit gutem Gewissen sagen, wie lange diese schwere Zeit anhalte, sagte sie. Ein Ziel sei es, dass die Zahl der Neuinfektionen sich nur noch alle zehn Tage verdopple, um das Gesundheitssystem nicht zu überfordern. Derzeit sei das aber schon nach fünfeinhalb Tagen der Fall, der Anstieg also noch viel zu hoch.

Abwarten bis 20. April

Die Bundeskanzlerin hatte ihren Podcast wegen ihrer vorübergehenden häuslichen Quarantäne aus dem Homeoffice aufgenommen. "Das ist eine Situation, die ich gerade mit vielen teile - man ist nicht krank und bleibt trotzdem zu Hause, um sicher zu sein, dass man das Virus nicht in sich trägt", sagte Merkel, die nach Kontakt mit einem infizierten Arzt aktuell zu Hause bleibt.

Kanzleramtschef Braun betonte, mit einer schnellen Rückkehr zum normalen Leben sei nicht zu rechnen. Wenn in den kommenden Tagen der Erfolg auch quantitativ gemessen werde könne und sich der Infektionsanstieg verlangsamt habe, werde auf dieser Grundlage rechtzeitig vor dem 20. April eine Strategie für die Zeit danach erarbeitet, sagte der CDU-Politiker dem "Tagesspiegel" (Samstag, online). Allen möglichen Modellen sei aber gemein, dass ältere und vorerkrankte Menschen wirksam vor einer Infektion geschützt werden müssen, bis es einen Impfstoff gebe.

Keine Anzeichen für Lebensmittel-Engpässe

Katastrophenschützer Unger sagte, wegen vieler Ungewissheiten sei es derzeit noch zu früh, um über einen konkreten Zeitpunkt zur Lockerung der Ausgangsbeschränkungen nachzudenken. Um eine Diskussion, wie das Alltagsleben in den kommenden Monaten trotz der Pandemie normalisiert werden könne, komme man aber nicht herum. "Im Gegenteil: Wir müssen natürlich über das weitere Geschehen nachdenken, um damit auch 'vor die Lage" zu kommen", erklärte Unger in der Tageszeitung "Welt" (Samstag, online).

Der BBK-Präsident sieht nach eigenen Worten derzeit keinen Grund, zur Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln die Notfallreserven des Bundes anzutasten. "Die Lager sind in Zeiten des Kalten Krieges für den Verteidigungsfall angelegt worden - und davon sind wir weit entfernt", sagte er. Es gebe genug Lebensmittel. Auch bei der Versorgung mit Medikamenten sehe er derzeit keine Anzeichen für Engpässe, betonte Unger.

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