Heinrich Bedford-Strohm lobt die Solidarität im Land

Heinrich Bedford-Strohm bei "hart aber fair"

© WDR/Dirk Borm

Heinrich Bedford-Strohm, Vorsitzender des Rates der EKD und Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern war zu Gast bei "hart aber fair" am Monatg, den 23.3.2020.

Heinrich Bedford-Strohm lobt die Solidarität im Land
Medizin, Recht und Politik bis hin zum Alltag im Homeoffice: "hart aber fair" in der ARD hat am Montag einen bunten Strauß der Sichtweisen auf die Corona-Krise präsentiert. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, lobte die Solidarität im Land.

Die Talkshow "hart aber fair" beleuchtete am Montagabend die Corona-Krise - aus der Sicht einer Landesministerin, eines Landrates, eines Rechtsexperten, eines Virologe, einer Krankenpflegerin und des Theologen und Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm. Vieles blieb jedoch an der Oberfläche.

Die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) verteidigte die harschen Eingriffe in das Leben der Menschen, der EKD-Ratsvorsitzende Bedford-Strohm lobte die Solidarität im Land, und der Bonner Virologe Hendrik Streeck räumte ein, dass Prognosen über den weiteren Verlauf der Pandemie kaum möglich sind.

"€žhart aber fair extra" zum Thema: "€žEs ist ernst wie viel Freiheit lässt uns Corona noch?" Zu Gast bei Frank Plasberg waren Stephan Pusch, Landrat des Kreises Heinsberg (dazu geschaltet), Hendrik Streeck, Professor füˆr Virologie und Direktor des Instituts füˆr Virologie an der Medizinischen Fakultät der Uni Bonn,Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD), Gesundheitsministerin in Rheinland-Pfalz (per Monitor), Stefanie Büll, Krankenschwester einer Intensivstation der Uniklinik Düsseldorf, Heinrich Bedford-Strohm, EKD-Ratsvorsitzender, und Frank Bräutigam, ARD-Rechtsexperte

Bedford-Strohm sagte, er erhoffe sich infolge der Epidemie mehr Anerkennung und eine bessere Bezahlung für Pflegekräfte. "Entscheidend wird sein, dass wir uns an den Applaus erinnern", sagte der bayerische Landesbischof Bedford-Strohm unter Verweis auf tägliche Beifallsbekundungen von Balkonen für das Personal im Gesundheitswesen. Die Fachkrankenpflegerin Stefanie Büll forderte, nach der Krise kritisch auf das Gesundheitssystem zu schauen und die Arbeitsbedingungen zu verbessern.

Landesministerin Bätzing-Lichtenthäler verteidigte in der Sendung die von der Politik in der Corona-Krise verordneten Kontaktsperren. Die Reduzierung von Kontakten zwischen Menschen sei das wirksamste Mittel, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. "Wir sind alle räumlich auf Abstand, aber gedanklich stehen wir zusammen", sagte Bätzing-Lichtenthäler.

Die Ministerin appellierte ebenso wie Bedford-Strohm und der Heinsberger Landrat Stephan Pusch (CDU) an die Solidarität der Menschen. Pusch sagte, solidarisch zu sein, sei das beste Medikament. Das Virus habe die Sprengkraft, die ganze Welt zu verändern, so der Landrat, dessen Kreis in Nordrhein-Westfalen besonders stark vom Coronavirus betroffen ist.

Aus "Zeichen der Liebe" wird "Feind der Liebe"

Bedford-Strohm äußerte sich anerkennend, wie viele Menschen die Einschränkungen in ihrem Leben akzeptieren. "Zeichen der Liebe" wie eine Umarmung und ein Handschlag seien angesichts der Ansteckungsgefahr zum "Feind der Liebe" geworden.

Der Bonner Virologe Streeck räumte ein, dass die aktuellen Infektionszahlen des Robert Koch-Instituts noch keinen Hinweis darauf geben, ob die politischen Maßnahmen wirken. Generell seien Prognosen schwierig, die wissenschaftlichen Erkenntnisse gingen auf wenige Studien zurück. Ziel sei es, jetzt eine "Handbremse" anzuziehen, um in der Folge die Pandemie kontrollieren zu können, sagte der Direktor des Instituts für Virologie an der Medizinischen Fakultät der Universität Bonn.

Rechtsexperte rät zu zeitlicher Begrenzung

Der ARD-Rechtsexperte Frank Bräutigam verwies auf rechtliche Bedenken gegen den starken Eingriff in Grundrechte. In einer Ausnahmesituation dürfe der Staat zwar eine ganze Menge, wichtig sei aber eine zeitliche Begrenzung.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Regierungschefs der Länder hatten sich am Sonntag darauf geeinigt, dass sich nur noch maximal zwei Menschen gemeinsam draußen aufhalten dürfen. Ausnahmen gibt es für Familien, das Berufsleben, den öffentlichen Nahverkehr und Beerdigungen. Teils gelten in einigen Bundesländern und Regionen abweichende und schärfere Regeln.

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