Giffey: Lohnlücke zwischen Männern und Frauen "unerhört"

Giffey: Lohnlücke zwischen Männern und Frauen "unerhört"

Bundesfrauenministerin Franziska Giffey (SPD) hat es als "unerhört" bezeichnet, dass Frauen in Deutschland über das gesamte Erwerbsleben hinweg weit weniger verdienen als Männer. "Sie bekommen im Schnitt einen geringeren Stundenlohn und eine niedrigere Rente, übernehmen zugleich aber einen großen Anteil der unbezahlten Sorgearbeit", sagte Giffey dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland" (Dienstag). Sie bezog sich auf eine neue Studie der Bertelsmann-Stiftung, wonach Frauen in ihrem gesamten Erwerbsleben nur etwa halb so viel wie Männer verdienen.

"Es ist unerhört, dass wir im 21. Jahrhundert noch über solche Unterschiede zwischen Männern und Frauen diskutieren müssen", sagte Giffey. Mit Appellen allein komme man hier nicht weiter. Notwendig seien sowohl ein Kulturwandel in den Unternehmen als auch gesetzliche Vorgaben. "Ohne sie kommen wir in Sachen Chancengerechtigkeit und Gleichberechtigung nicht voran, und wenn, dann nur im Schneckentempo", erklärte die Ministerin. "Frauen haben aber Gleichstellung im Hier und Jetzt verdient."

Der zum Equal Pay Day am Dienstag veröffentlichten Bertelsmann-Studie zufolge hätten Frauen in Westdeutschland in Preisen von 2015 ein erwartetes durchschnittliches Lebenserwerbseinkommen von rund 830.000 Euro. Männer könnten hingegen durchschnittlich mit rund 1,5 Millionen Euro rechnen.

epd mih

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