Medienwissenschaftler: Plattformen haben ethische Verantwortung

Medienwissenschaftler: Plattformen haben ethische Verantwortung
Der Amsterdamer Medienwissenschaftler Martijn de Waal fordert, dass Internet-Plattformen wie Facebook Verantwortung für die Kommunikation übernehmen, die auf ihnen stattfindet. Öffentliche Kommunikationsräume wie Facebook erfüllten eine wichtige Funktion, sagte de Waal am Donnerstag beim LPR-Forum Medienzukunft in Frankfurt am Main. Sie sollten dafür aber auch ähnliche Verantwortung übernehmen wie Medien.

Wenn über Facebook Hassrede oder falsche Nachrede verbreitet würden, ziehe sich die Plattform in der Regel darauf zurück, dass die Nutzer dafür verantwortlich seien, was sie auf der Plattform verbreiten, sagte de Waal. Dies sei eine sehr libertäre Auffassung. Er forderte, dass die Konstrukteure von Plattformen wie Facebook auch ethische Verantwortung übernehmen müssten.

Zur Eröffnung des LPR-Forums Medienzukunft hatte die hessische Ministerin für Digitale Strategie, Kristina Sinemus (parteilos), gefordert, dass Digitalisierung den Menschen dienen muss. Analoge und digitale Lebenswelten müssten bestmöglich in Einklang gebracht werden, sagte Sinemus.

Das LPR-Forum Medienzukunft wird von der hessischen Landesanstalt für Privaten Rundfunk und neue Medien veranstaltet. Es befasste sich am Donnerstag mit dem Thema "Digitale Nachhaltigkeit". Medienwissenschaftler, Politiker und Journalisten diskutierten in Frankfurt am Main über Plattform-Ökonomie und Gesellschaftsverträglichkeit.

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