Deutsche Seemannsmission zieht nach Hamburg

Hamburger Elbphilharmonie in der Hafencity

© epd-bild/Stephan Wallocha

Die Deutsche Seemannsmission zieht in die Hamburger Hafencity, die man von der von der Plaza der Hamburger Elbphilharmonie gut überblicken kann. Rechts spiegelt sich der Michel, die St. Michaeliskirche, in den Fenstern der Elphi.

Deutsche Seemannsmission zieht nach Hamburg
Die Deutsche Seemannsmission zieht von Bremen nach Hamburg. Am Dienstag (17. März) soll der Möbelwagen des Dachverbandes in der Hafencity eintreffen. Generalsekretär Christoph Ernst (55) und sein kleines Team werden dort ihre neuen Büroräume im Ökumenischen Forum beziehen.

Seine vordringliche Aufgabe sieht er darin, die Seemannsmission innerhalb und außerhalb der evangelischen Kirche bekannter zu machen und für ihre Arbeit zu werben. Der offizielle Eröffnungsgottesdienst wird am 29. April (17 Uhr) im Ökumenischen Forum gefeiert.

Beschlossen wurde der Umzug nach Hamburg vom Vorstand bereits 2018. Der Hafen ist größer, und viele Reedereien haben ihren Sitz in Hamburg. In Bremen war die Seemannsmission nur Untermieter bei der Diakonie. Im neuen Hamburger Domizil ist die Seemannsmission in guter maritimer Gesellschaft: Prominente Büro-Nachbarin ist Bischöfin Kirsten Fehrs, die derzeit als "Stimme der Seeleute" für die Arbeit der Seemannsmission wirbt. Außerdem wohnt die Vorstandsvorsitzende der Seemannsmission, Clara Schlaich, im Haus.

Christoph Ernst ist seit einem Jahr Generalsekretär. Mit der Seeschifffahrt hatte der gebürtige Görlitzer früher wenig zu tun. Nach einer Tischlerlehre, dem Theologie-Studium in Leipzig und Bochum sowie einer Auslandspfarrstelle im kanadischen Ottawa war er zuletzt im EKD-Kirchenamt in Hannover zuständig für die Ökumene in Nord- und Westeuropa.

Zur Deutschen Seemannsmission gehören 32 Stationen im In- und Ausland. Mehr als 700 Haupt- und Ehrenamtliche bieten auf Schiffen, in Seemannsclubs und in Seemannsheimen Gespräche, Freizeitgestaltung und Hilfe in Notlagen an. Die Arbeit wird aus Kirchensteuern, öffentlichen Mitteln, Spenden und Schiffsabgaben der Reeder finanziert. In Hamburg gibt es drei Standorte: der Seemannsclub Duckdalben in Waltershof, die Seemannsmission Altona mit Hotel und Kirchraum sowie das Seemannsheim Krayenkamp am Michel.

Fairer Handel muss auch den Transport miteinbeziehen

Vielen Menschen fehle ein Bewusstsein für die schwierige Arbeit der Seeleute, sagt Christoph Ernst. Nahezu jeder Kühlschrank oder Fernseher werde mit einem Schiff nach Deutschland transportiert. "Ohne Seeleute geht es nicht." Der "Faire Handel", den auch viele Kirchengemeinden unterstützen, konzentriere sich auf die Kleinbauern und Handwerker in den Entwicklungsländern. Fairer Handel müsste aber auch den Transport mit dem Schiff einbeziehen.

Die Arbeitsbedingungen an Bord sind hart. Zum Teil wird an Bord in Sechs-Stunden-Schichten gearbeitet und geschlafen. Wer den Ozean überquert, lebt oft drei Wochen lang lärmgeplagt auf engem Raum. Zudem werden die Liegezeiten der Schiffe immer kürzer, so dass ein Landgang ohne die Fahrzeuge der Seemannsclubs kaum noch möglich ist.

Im Eröffnungsgottesdienst am 29. April wird auch der Ehrenpreis der Deutschen Seemannsmission verliehen. Preisträger sind Professor Hans-Joachim Jensen und Marcus Oldenburg vom Zentralinstitut für Arbeitsmedizin und Maritime Medizin der Uniklinik Eppendorf. Die Laudatio hält Robert C. Verbist (Antwerpen), Präsident der International Maritime Health Association.

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