Hamburger Klima-Demo mit Greta Thunberg

Hamburger Klima-Demo mit Greta Thunberg
Es war eine friedliche, fröhliche Party für den Klimaschutz mit einer klaren Botschaft: Fangt endlich an! Und ebenso klar stellte sich die Hamburger Klima-Demo gegen jegliche Form von Rassismus und Rechtsterrorismus.
21.02.2020
Von Julia Fischer (epd)
epd

Mehrere zehntausend meist junge Menschen haben am Freitag in Hamburg für eine bessere Klimapolitik demonstriert. Die Polizei schätzte die Teilnehmerzahl auf 20.000, die Veranstalter auf 60.000. Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg forderte, die Regierungen müssten erkennen, dass die Klimakrise bereits da sei und nicht in einer fernen Zukunft erst kommen werde.

Zu Beginn der Kundgebung wurde mit einer Schweigeminute an die Opfer des rassistischen Anschlags in Hanau erinnert. Es war nicht nur ungewöhnlich still, auch auf Fotos und Videos verzichteten die Teilnehmer weitgehend. Es sei nicht nur eine Demonstration für den Klimaschutz, sondern auch gegen den Faschismus, bekräftigte der Moderator. Lautstark engagierte sich anschließend die Hip-Hop-Band "Fettes Brot" mit "Hoch die Hände - Klimawende" für den Klimaschutz.

Die Demonstrationsteilnehmer zogen begleitet von St. Pauli durch die Innenstadt und zurück. Thunberg, die von zahlreichen jungen Ordnern vor dem Ansturm der Fotografen geschützt werden musste, begann ihre Rede begann sie auf Deutsch mit "Moin! Schön wieder hier zu sein." Die Regierungen würden wissenschaftliche Erkenntnisse zum Klimawandel ignorieren, kritisierte sie.

2020 werde das "Jahr des Handelns", sagte Jesko Henning von "Fridays for Future": "Und damit fangen wir heute an." Die Umweltökonomin Claudia Kemfert von "Scientists for Future" kritisierte, dass sich Deutschland nicht an die Verträge des Pariser Klimagipfels halte. Ohne die Bewegung "Fridays for Future" wäre die Klimadebatte in Deutschland nicht so weit. Den Veranstaltern von "Fridays for Future" hatten sich unter anderem "Scientists for Future", "Churches for Future" und "Pfadis for Future" angeschlossen.

Vor der Demo wurde eine ökumenische Open-Air-Andacht vor der russisch-orthodoxen Kirche gefeiert. Die Welt brauche Signale, damit schnell gehandelt werden könne, um die Schöpfung zu bewahren, sagte der Hamburger Ökumene-Pastor Jörg Ostermann-Ohno. Die Demonstration unter dem Motto "Hamburg wählt Klima!" fand zwei Tage vor der Hamburger Bürgerschaftswahl statt und wollte ein deutliches Zeichen für den Klimaschutz setzen. Die Hamburger Klimaaktivistin Luisa Neubauer forderte die Teilnehmer auf, keinesfalls die AfD zu wählen. Unterstützt wurde die Demo von einem breiten Bündnis aus Umweltgruppen, Klimainitiativen, Gewerkschaften und kirchlichen Gruppen.

Für die Demo hatte die Polizei nach dem rechtsterroristischen Anschlag in Hanau die Sicherheitsmaßnahmen erhöht.

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