Heike Springhart, Bischöfin der Evangelischen Landeskirche in Baden, hat einen Lieblingswitz. Den hat sie dem Evangelischen Pressedienst (epd) vor dem Internationalen Tag des Witzes (1. Juli) verraten, und er geht so: Der Pfarrer ist mit der Schulklasse beim Wandertag. Ein Eichhörnchen überquert den Weg. Der Pfarrer fragt die Kinder: "Na, wer weiß, was das ist?" Klein Fritzchen sagt: "Normalerweise würde ich sagen, dass das ein Eichhörnchen ist. Aber wie ich den Laden hier kenne, ist das das liebe Jesulein."
Für die evangelische Theologin ist es kein Problem, einen Witz zu erzählen. "Der Humor und der Glaube sind Geschwister", sagt sie. Humor mache das Leben und die Kirche leichter, ohne den Ernst der Lage zu verleugnen. "Ich bin überzeugt, dass auch Gott Humor hat und nur so die Welt mit all ihren Irrungen und Wirrungen und uns Menschen freundlich ansieht. Und gewiss auch immer mal schmunzelt", sagt Springhart.
Ob Klaus Krämer, Bischof der katholischen Diözese Rottenburg-Stuttgart, diese Ansicht teilt, ist ungewiss. Ihn scheint die Presseanfrage nach seinem Lieblingswitz auf dem falschen Fuß erwischt zu haben. "Herr Dr. Krämer möchte sich zu dem Thema nicht äußern. Ich bitte um Verständnis", teilte sein Pressesprecher mit.
Die Zurückhaltung ist umso erstaunlicher, als die katholische Kirche seit dem Mittelalter in einigen Regionen das Osterlachen kennt, für das Priester gerne einen Witz zum Besten geben - was im Laufe der Zeit allerdings teilweise ausuferte und die Obrigkeit auf den Plan rief. Viral ging vor zwei Jahren das Video des Passauer Bischofs Stefan Oster, der seine Kirche zum Beben brachte mit einem Witz, bei dem die Abkürzung "WC" mit "Waldcapellchen" verwechselt wurde, woraus ein äußerst lustiger Brief entstand.
Auch Freiburgs katholischem Erzbischof Stephan Burger war kein Witz zu entlocken. Immerhin lässt er aber an seinen Gedanken zu Kirche und Humor teilhaben. "Der christliche Glaube gründet auf einer Frohen Botschaft, die Menschen aufrichten und befreien will - echter Humor ist dabei Ausdruck einer tiefen, von Gott geschenkten Lebensfreude", so Burger. Wer aus der Hoffnung lebe, dürfe auch über sich selbst lachen, "denn wir wissen uns bei allen irdischen Krisen letztlich von Gottes Liebe getragen".
Gohl: Wir nehmen uns zu wichtig
Ins selbe Horn stößt der Bischof der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, Ernst-Wilhelm Gohl: "Wir nehmen vieles viel zu wichtig, auch uns. Humor schafft den nötigen Abstand für eine neue Sicht und verbindet zugleich, wenn man über etwas miteinander lachen kann."
Im Gegensatz zu den katholischen Kollegen ist Gohl aber bereit, seinen Lieblingsschenkelklopfer preiszugeben: Ein Landwirt und ein Pfarrer stehen am Feldrand. Das Getreide steht prächtig. Da sagt der Pfarrer: "Mit Gottes Hilfe wird das hier eine gute Ernte." Der Landwirt nickt und sagt: "Das mag wohl sein. Aber Sie hätten das Feld mal sehen sollen, als es Gott allein bewirtschaftet hat."




