Joshua Rifkin erhält den Preis der Europäischen Kirchenmusik 2020

Joshua Rifkin erhält den Preis der Europäischen Kirchenmusik 2020
Der US-amerikanische Musikwissenschaftler, Dirigent, Cembalist und Pianist Joshua Rifkin wird mit dem Preis der Europäischen Kirchenmusik 2020 ausgezeichnet. Gewürdigt würden Rifkins große Verdienste um die geistliche Musik, teilte die Stadt Schwäbisch Gmünd (Ostalbkreis) am Freitag mit. Die Auszeichnung ist mit 5.000 Euro dotiert.

Rifkin zähle international zu den bedeutendsten Alte-Musik-Interpreten mit Schwerpunkt Johann Sebastian Bach, beschränke sein Interesse jedoch nicht auf Bach, hieß es. Von der frankoflämischen Vokalpolyphonie bis Joplin wolle er in der Musik "das Wesen der Dinge erfassen und mit seiner ansteckenden Leidenschaft verlebendigen".

Joshua Rifkin wurde 1944 in New York geboren und hat Komposition und Musikwissenschaft in den USA und Deutschland studiert. Geprägt wurde er unter anderem von Karlheinz Stockhausen und vom Neuen Bach-Institut in Göttingen. 1978 gründete er in New York das "Bach Ensemble".

1981 war Rifkin der erste Musikwissenschaftler, der glaubhaft belegte, dass die gesamte Vokalmusik Johann Sebastian Bachs für eine Besetzung mit Einzelstimmen gedacht und geschrieben wurde, wie es in der Mitteilung weiter hieß. Rifkins These sei in der musikalischen Öffentlichkeit zunächst auf Unverständnis und Ablehnung gestoßen. Seit der Jahrtausendwende aber habe sich die "Rifkin-Methode" als fundierte Aufführungspraxis etabliert.

Rifkin erhält die Auszeichnung im Rahmen des mehrwöchigen Festivals Europäische Kirchenmusik Schwäbisch Gmünd am 25. Juli. Das Festkonzert gestaltet der Preisträger mit dem "Bach Ensemble".

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