Umweltverbände fordern Sorgfaltspflichten von Unternehmen

Umweltverbände fordern Sorgfaltspflichten von Unternehmen

Umwelt- und Menschenrechtsverbände haben die Bundesregierung aufgefordert, Unternehmen der E-Mobilität auf einen menschenwürdigen Abbau von Rohstoffen in Entwicklungsländern zu verpflichten. Die wachsende Nachfrage nach Rohstoffen ohne verbindliche menschenrechtliche und ökologische Mindeststandards gefährde die Lebensgrundlage der Menschen in den Abbau-Regionen und verschärfe die Spannungen zwischen Regierungen und Bevölkerung, sagte Johanna Sydow von Germanwatch am Mittwoch bei einer Anhörung des Entwicklungshilfe-Ausschusses im Bundestag.

Der Verein Ökumenisches Netz Zentralafrika erklärte, die Unternehmen seien in der Verantwortung, einen besseren Menschenrechtsschutz in ihren internationalen Lieferkette sicherzustellen. Durch den prognostizierten Anstieg der Elektromobilität gehen Fachleute von einer über Jahre steigenden Nachfrage nach Mineralien wie Lithium, Kobalt, Nickel und Graphit für die Batterien, nach Seltenen Erden für die Elektromotoren und etwa Kupfer für die Ladestationen aus.

Viele Rohstoffe kommen überwiegend nur in bestimmten Regionen vor. Der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) zufolge wird Lithium überwiegend in Australien, Chile und Argentinien abgebaut, der Kongo liefert über 60 Prozent des weltweiten Kobalt-Bedarfs. China dominiert laut BGR-Vizepräsident Volker Steinbach die gesamte Graphit-Lieferkette. Auch 85 Prozent des Minerals Seltene Erden kommen aus China.

Die wachsende Nachfrage erhöhe den Druck auf Minenbetreiber und Regierungen, mehr abzubauen. Das führe zu Umwelt- und Wasserverschmutzung, zu sozialen Spannungen und zu mitunter bewaffneten Konflikten um Landnutzung und Trinkwasser, so die Verbände. Vor allem im Bergbau nähmen die Konflikte zu. 2018 gab es Germanwatch zufolge in diesem Sektor 43 Morde, die meisten an Umwelt- und Menschenrechtskaktivisten. "Der Schutz für sie muss ausgebaut werden", verlangte Germanwatch.

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