Geograf: Weltraumbasierte Techniken können in Afrika Leben retten

Geograf: Weltraumbasierte Techniken können in Afrika Leben retten
05.11.2019
epd-Gespräch: Claudia Rometsch
epd

Weltraumbasierte Techniken können das Katastrophenmanagement in Afrika nach Ansicht des Geografen Klaus Greve deutlich verbessern. "Das kann unmittelbar Menschenleben retten", sagte Greve dem Evangelischen Pressedienst (epd) anlässlich der UN-Konferenz "Weltraumbasierte Lösungen für das Katastrophenmanagement in Afrika", die von Mittwoch bis Freitag in Bonn stattfindet. Mit Hilfe von Satelliten-Daten könnten bessere Vorkehrungen gegen Erdbeben, Stürme oder Dürre getroffen werden. Bis Freitag tagen Experten darüber, wie Entwicklungsstaaten einen besseren Zugang zu weltraumgestützter Technik und zu entsprechenden Daten erhalten können.

"Wir glauben, dass wir vor allem bei der Dürre-Vorhersage demnächst noch größere Erfolge haben können, weil die Auflösung der Bilder und die Möglichkeit, sie zu interpretieren immer besser wird", erklärte Greve, der am Zentrum für Fernerkundung der Landoberfläche (ZFL) der Universität Bonn arbeitet. Anhand von satellitengestützten Erntevorausschau-Systemen könnten Experten die Gefahr einer Dürre frühzeitig erkennen. Dadurch ließen sich die Folgen zumindest mildern. "Man kann Hilfskapazitäten rechtzeitig aufbauen und möglicherweise auch die Bauern beraten."

Mit Hilfe von Satellitenbildern könnten auch besiedelte Bereiche in Erdbeben-Regionen identifiziert werden, die im Falle von Erdstößen akut gefährdet wären, erklärte Greve. Heraufziehende Stürme ließen sich mit Hilfe von Satellitendaten rechtzeitig erkennen. "Dadurch kann man Evakuierungen einleiten und die Hilfsorganisationen so aufstellen, dass sie in der Lage sind, auf die Situation zu reagieren."

Voraussetzung sei jedoch, dass es in den betroffenen Ländern Experten gebe, die weltraumgestützte Daten erheben und interpretieren könnten. "Sehr häufig haben diese Länder aber gar nicht die Kapazitäten, um solche Untersuchungen durchzuführen." Das ZFL berät deshalb in Kooperation mit der Plattform der Vereinten Nationen für raumfahrtgestützte Informationen für Katastrophenmanagement und Notfallmaßnahmen (UN-Spider) in Bonn regelmäßig Entwicklungsländer zum Thema weltraumbasierter Katastrophenschutz.

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