Zwingli-Darsteller Max Simonischek will Bild des Reformators reformieren

Schauspieler Max Simonischek als Reformator Zwingli ist überzeigend.

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Schauspieler Max Simonischek stellt den Reformator Zwingli als lebensbejahenden, charismatischen Mann dar.

Zwingli-Darsteller Max Simonischek will Bild des Reformators reformieren
Der Film "Zwingli" zeichnet nach den Worten von Schauspieler Max Simonischek ein neues Bild des Schweizer Reformators.

"Wir haben sehr schnell feststellen müssen, dass es zwischen dem gegenwärtigen Zwingli-Bild und dem Bild, das wir in unseren Recherchen gefunden haben, eine große Differenz gibt", sagte Simonischek am Dienstagabend vor 1.250 Besuchern bei der NRW-Premiere des Films in der ausverkauften Essener Lichtburg. Spitzenvertreter von evangelischer und katholischer Kirche hoben die Bedeutung der Ökumene und die Notwendigkeit kirchlicher Reformen hervor.

Während Zwingli heute häufig mit Lustfeindlichkeit und Arbeitsbeflissenheit verbunden werde, zeigten etwa historische Briefe einen lebensbejahenden Mann, betonte der 37-jährige Simonischek, der den Reformator in dem Film verkörpert. "Diese Differenz war eine Chance, das Bild von Zwingli zu reformieren. Und das war wie eine Einladung."

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"Zwingli - der Reformator"

Max Simonischek als Reformator Ulrich Zwingli

© W-film/C-Films

Max Simonischek als Reformator Ulrich Zwingli

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Er ist neben Luther und Calvin der wichtigste Reformator der Kirche. Mit messerscharfem Verstand sezierte Ulrich Zwingli (Max Simonischek) das religiöse und gesellschaftliche System und forderte die Mächtigsten seiner Zeit heraus. Seine Schweizer Heimat hat er mit seinem Wirken grundlegend geprägt.

Max Simonischek als Reformator Ulrich Zwingli

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Als Priester am Züricher Großmünster wurde Zwingli ab 1519 zum einflussreichen Prediger, der das Evangelium verständlich auslegte. Er übersetzte die Bibel und wetterte gegen kirchliche Missstände wie den Ablass oder das Fasten.

Sarah Sophia Meier als Witwe Anna Reinhardt

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Zwinglis Ideen einer sozialen Gesellschaft, die sich um die Armen und Kranken kümmert, die Rechte von Frauen und Kindern schützt, sind bis heute aktuell.

Sarah Sophia Meier als Witwe Anna Reinhardt

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Der jungen Witwe Anna Reinhart (Sarah Sophia Meyer) machen Zwinglis revolutionäre Gedanken Angst. Als sie aber beobachtet, wie Zwingli Nächstenliebe lebt und nicht nur predigt, gerät sie mehr und mehr in seinen Bann.

Oscar Sales Bingisser als Generalvikar Johann Faber

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Die katholische Kirche erkennt, welcher Sprengstoff in den neuen Lehren steckt. Würdenträger wie der Generalvikar Johann Faber (Oscar Sales Bingisser) wittern Blasphemie und erklären Zwingli zum Ketzer.

Philipp Stengele als Buchdrucker Christoph Froschauer

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Der Buchdrucker Christoph Froschauer (Philipp Stengele) druckte die "Zürcher Bibel" und andere Schriften Zwinglis.

Max Simonischek als Reformator Ulrich Zwingli

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Ulrich Zwingli beließ es nicht beim Wort - er war ein Mann der Tat: "Hört auf, nur von Gott zu schwatzen", schleuderte er seinen Hörern von der Kanzel entgegen. "Tut um Gottes willen etwas Tapferes."

Max Simonischek als Reformator Ulrich Zwingli

© W-film/C-Films

Die Grenzen der Stadt Zürich werden Zwingli zu eng. Er will die Reformation weiter verbreiten und zieht gegen die Romtreuen in den Krieg. Am 11. Oktober 1531 fällt er in der Schlacht bei Kappel.

Das Historiendrama "Zwingli - der Reformator" kommt am Reformationstag (31. Oktober) in die deutschen Kinos, in der Schweiz läuft er bereits seit Januar. Ulrich (Huldrych) Zwingli (1484-1531) war neben Martin Luther (1483-1546) und Johannes Calvin (1509-1564) einer der führenden Reformatoren im 16. Jahrhundert. Er predigte ab 1519 von der Kanzel des Großmünsters in Zürich. Die Filmproduktion ist ein Beitrag zum Zwingli-Jahr 2019 und konzentriert sich auf die Züricher Zeit des wortgewaltigen Predigers.

Für den Essener Bischof Franz-Josef Overbeck verdeutlicht die Verfilmung, dass die Kirche zur Zeit der Reformation nicht mehr als glaubwürdig empfunden wurde. Das berühre auch eine große Frage der Ökumene von heute: "Nur gemeinsam können wir glaubwürdig sein", betonte der katholische Theologe in einem Podiumsgespräch nach der Premiere mit Blick auf die Zusammenarbeit der Konfessionen.

Der Film könne dazu beitragen, die "Frische des Evangeliums" und die Bedeutung ständiger Erneuerung neu zu entdecken, sagte der Ruhrbischof: "Die Christen tragen seit 500 Jahren das Reformations-Gen in sich." Beleuchtet werde auch die Konflikthaftigkeit von Religion, sagte Overbeck und verwies zugleich auf die Fortschritte in der Ökumene: "Wir können heute mit Differenzen leben und tragen sie nicht mehr mit Gewalt aus, und zwar nie mehr."

Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski, nannte den Film "sehr kontrastreich, wenn er die kirchliche Situation von damals zeigt". Zugleich habe ihn "Zwingli" nachdenklich gestimmt mit Blick auf das, was heute in den Kirchen geändert werden müsse, sagte Rekowski. "Zwingli" schildert etwa den Streit zwischen dem Reformator und der Täuferbewegung und die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen katholischen und reformierten Kantonen in der Schweiz. Der Film verdeutliche, dass sich die Christen immer wieder auf die Quelle des Glaubens besinnen müssten, betonte der leitende Theologe der rheinischen Kirche.

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