Spahn will Werbung für Schönheits-OP bei Jugendlichen verbieten

Spahn will Werbung für Schönheits-OP bei Jugendlichen verbieten

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will jede an Jugendliche gerichtete Werbung für Schönheitsoperationen gesetzlich verbieten. "Das Signal unserer Gesellschaft an junge Menschen muss sein: Du bist ok, genauso wie Du bist", sagte Spahn dem Berliner "Tagesspiegel" (Mittwoch). Werbung für Schönheitsoperationen vermittle "zu oft eine andere, falsche Botschaft". Darin würden Jugendliche "unter Druck gesetzt, ihr Aussehen durch operative Eingriffe zu verändern".

Das Werbeverbot soll dem Zeitungsbericht zufolge als Änderungsantrag dem geplanten Masernschutzgesetz beigefügt werden, das am Freitag vom Bundestag in erster Lesung behandelt werde. Bisher ist Werbung für Schönheitsoperationen in Deutschland nur verboten, wenn sie sich "ausschließlich oder überwiegend" an Kinder unter 14 Jahre richtet, oder generell, wenn sie vergleichende Darstellungen des Aussehens vor und nach solchen Eingriffen zeigt.

Die Deutsche Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie begrüßte laut "Tagesspiegel" das geplante Werbeverbot. Jugendliche seien "kein Klientel, das wir ansprechen wollen", sagte Verbandspräsident Torsten Kantelhardt der Zeitung: "Minderjährige, die sich Brüste vergrößern oder Lippen aufspritzen lassen wollen, haben in unseren Praxen nichts verloren." Solche medizinisch nicht notwendigen Eingriffe seien bei Kindern und Jugendlichen "unbedingt zu vermeiden".

Auch der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach nannte Spahns Vorstoß "absolut sinnvoll", er geht ihm dem Zeitungsbericht zufolge allerdings nicht weit genug. Lauterbach fordere seit Jahren ein generelles Verbot von Schönheits-Operationen bei Jugendlichen, sofern diese nicht medizinisch notwendig sind.

epd kfr

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