Präses: Vorwurf der Parteilichkeit für Benachteiligte ist Kompliment

Präses: Vorwurf der Parteilichkeit für Benachteiligte ist Kompliment

Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski, sieht es als Kompliment, wenn der evangelischen Kirche Parteilichkeit für Benachteiligte vorgeworfen wird. "Unserem Gott hängt zu Recht der Ruf an, er hege eine besondere Zuneigung für die Benachteiligten", sagte der oberste Repräsentant der zweitgrößten Landeskirche am Mittwoch in seiner Predigt zur Eröffnung der Konferenz Diakonie und Entwicklung in Düsseldorf. Deshalb sei es für ihn ein Kompliment und keine ernstzunehmende Kritik, "wenn man unserer Kirche heute bisweilen diese Parteilichkeit vorwirft".

In der Gesellschaft gebe es viele "Unerhörte", wie etwa Flüchtlinge, Obdachlose oder Hartz-IV-Empfänger, sagte Rekowski laut Manuskript. Viele von ihnen seien Opfer von Vorurteilen und Beschimpfungen und könnten sich nicht gut wehren. Miserable gesellschaftliche Verhältnisse seien aber nicht alternativlos, sondern würden zu Auslaufmodellen. An vielen Stellen in der Bibel gebe es radikale Umsturzgedanken. Es gebe allen Grund, auch für das Leben hier und jetzt Hoffnung zu haben.

Die Konferenz Diakonie und Entwicklung tagt am Mittwoch und Donnerstag in Düsseldorf. Das höchste beschlussfassende Gremium des Evangelischen Werkes für Diakonie und Entwicklung befasst sich unter anderem mit den Finanzen. Außerdem diskutieren die 112 Delegierten das Schwerpunktthema Gleichberechtigung und Demokratie. Über "Europa quo vadis?" (Europa, wohin gehst Du?) wollten am Abend Diakoniepräsident Ulrich Lilie, die Präsidentin von "Brot für die Welt", Cornelia Füllkrug-Weitzel, und der ehemalige CDU-Europaabgeordnete Elmar Brok diskutieren.

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