Armee in Nigeria wirft Hilfswerk Terror-Unterstützung vor

Armee in Nigeria wirft Hilfswerk Terror-Unterstützung vor

Die internationale Hilfsorganisation "Aktion gegen den Hunger" hat überraschend ihr Büro in Maiduguri im Nordosten Nigerias schließen müssen. Die Armee habe dies ohne Vorankündigung und ohne jegliche Erklärung angeordnet, teilte die deutsche Sektion des Hilfswerks am Freitag in Berlin mit. Die Militärführung erklärte die Hilfsorganisation für unerwünscht und warf ihr in einer Pressemitteilung vor, die Terrormiliz Boko Haram zu unterstützen.

Das Hilfswerk wies den Terrorvorwurf zurück. "Aktion gegen den Hunger leistet neutrale, unparteiische und unabhängige humanitäre Hilfe für Millionen Menschen im Bundesstaat Borno", erklärte die Organisation. Im Mittelpunkt stünden Frauen und Kinder. Die Schließung des Büros in gefährde die Arbeit.

Das Militär erklärte dagegen, die "Aktion gegen den Hunger" habe trotz Warnungen der Armee Nahrungsmittel und Medikamente an Terroristen verteilt. Woher diese Behauptung stammt, wurde nicht genannt. Auch Belege gab es keine. Die "Aktion gegen den Hunger" (Action contre la Faim) wurde 1979 gegründet und hat ihre Zentrale in Paris.

Die nigerianische Armee kämpft im Nordosten Nigerias seit Jahren gegen die Terrorgruppe Boko Haram. In den vergangenen zwei Jahren setzt sich eine Abspaltung der Gruppe, die sich zur Terrormiliz "Islamischen Staat" (IS) bekennt, zunehmend gegen die Soldaten durch. Nigerianische Journalisten beklagen, dass Militärs immer wieder bewusst Falschinformationen und Propaganda verbreiteten. Indes werfen UN-Diplomaten und internationale Hilfsorganisationen den Terroristen, aber auch der Armee im Nordosten Nigerias schwere Menschenrechtsverletzungen vor.

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