Hunderte gedenken in Gottesdienst der Unglücksopfer von Alchen

Hunderte gedenken in Gottesdienst der Unglücksopfer von Alchen

Eine Woche nach dem Unglück bei einem Dorffest im Siegerland mit einer Toten und 13 Verletzten ist am Sonntag in einem Gottesdienst der Opfer gedacht worden. "Die Erschütterung vom vergangenen Sonntag hat unsere Welt hier verändert", sagte Pfarrer Oliver Günther in seiner Predigt vor rund 400 Menschen in der Evangelischen Kirche Alchen. "Wir sind andere geworden. Nichts ist mehr wie es war." Die Menschen müssten mit dem Unsagbaren weiter leben und weinten Tränen des Leidens, des Schocks, der Verzeiflung und der Ohnmacht, aber auch Tränen der Solidarität und der Hoffnung.

Beim traditionellen "Backesfest" in Alchen, einem 1.900-Einwohner-Stadtteil von Freudenberg, war laut Polizei eine große doppelwandige Bratpfanne aufgeplatzt und Öl in die Gasflamme gelangt. Durch die Explosion und eine große Stichflamme wurden die umstehenden Menschen verletzt. Zu diesem Zeitpunkt hielten sich dort mehr als hundert Menschen auf. Eine 67-jährige Frau starb am Montag in einer Dortmunder Klinik.

Durch das Unglück rücke das Dorf zusammen und es gebe viel Anteilnahme, Solidarität und Menschlichkeit, sagte Pfarrer Günther laut Redetext. "Wir sind Alchen - überall - und stehen zusammen." Auch Gott teile die Trauer, den Schmerz, die Hoffnung und den Mut, das Nötige zu tun: "Gott ist ein Alcher." Das Kreuz Jesu stehe dafür, dass Gott überall auf der Welt gegenwärtig sei, wo geweint und gelitten werde, sagte der evangelische Theologe. Irgendwann seien keine Tränen mehr nötig: "Dann wird Gott sie abwischen, weil das Alte vergangen ist und Gott einst alles neu macht."

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