Urteil im Chemnitz-Prozess wird erwartet

Urteil im Chemnitz-Prozess wird erwartet

Ein Jahr nach dem gewaltsamen Tod des Chemnitzers Daniel H. wird am Donnerstag im Prozess vor dem Landgericht Chemnitz möglicherweise das Urteil gesprochen. Zuvor werden die Plädoyers der Nebenkläger sowie der Verteidigung des angeklagten Syrers Alaa S. erwartet, wie das Landgericht Chemnitz am Mittwoch mitteilte. Der Prozess wegen Totschlags findet aus Sicherheitsgründen in Dresden statt. Begonnen hatte er im März.

Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrem Plädoyer am Montag eine Haftstrafe von zehn Jahren gefordert. Alaa S. wird vorgeworfen, gemeinsam mit dem flüchtigen Iraker Farhad A. den Chemnitzer Daniel H. erstochen zu haben.

Eine Verteidigerin des Syrers hatte nach einer Tatortbegehung Anfang Juni keinen dringenden Tatverdacht mehr gesehen und beantragt, S. aus der Haft zu entlassen. Das Gericht lehnte das ab.

Ursprünglich waren in dem Prozess Termine bis Oktober vorgesehen. Falls das Urteil am Donnerstag nicht fällt, ist für den 24. September der nächste Verhandlungstermin festgesetzt.

In Chemnitz war am 26. August 2018 am Rande des Stadtfestes der 35 Jahre alte Daniel H. erstochen worden. Eine weitere Person wurde verletzt. Rechte Gruppen instrumentalisierten die Tat in den Folgetagen mehrfach für ausländerfeindliche Demonstrationen. Dabei kam es zu Ausschreitungen und Attacken gegen ausländisch aussehende Personen, wie Videosequenzen zeigen.

Die politische Bewertung der Proteste führte zu einer Krise in der Bundesregierung. Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen wurde in den einstweiligen Ruhestand versetzt. Zudem riefen die ausländerfeindlichen Vorfälle in Chemnitz breiten Protest der Zivilgesellschaft hervor. Zu einem Konzert gegen Fremdenfeindlichkeit kamen am 3. September 2018 rund 65.000 Menschen in die sächsische Stadt.

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