Arbeitsmarktforscher: Abschwung führt kaum zu Jobverlusten

Arbeitsmarktforscher: Abschwung führt kaum zu Jobverlusten

Die deutsche Wirtschaft wächst nicht mehr, trotzdem entstehen neue Jobs. "Der Arbeitsmarkt hat sich von der Konjunktur abgekoppelt", sagte der Arbeitsmarktforscher Enzo Weber der Wochenzeitung "Die Zeit". "Ob die Wirtschaft stark wächst oder nicht, es kommen pro Jahr Hunderttausende neue Arbeitsplätze hinzu", sagte der Wissenschaftler vom Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Auch ein Abschwung würde heute keine Massenarbeitslosigkeit mehr auslösen, diese Zeiten seien vorerst vorbei, so Weber.

Er nannte zwei Gründe für die Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Jobs: "Zum einen entstehen heute viele Arbeitsplätze in Bereichen, die gar nicht von der Konjunktur beeinflusst werden. Also zum Beispiel in der Erziehung, in der Pflege und im Gesundheitswesen. Da gibt es praktisch keine konjunkturellen Schwankungen." Zum anderen verzichteten Arbeitgeber wegen des Fachkräftemangels auf Kündigungen, selbst wenn sie vorübergehend zu wenige Aufträge hätten. "Wenn Sie zum Beispiel heute in Baden-Württemberg einen Elektriker entlassen, müssen Sie damit rechnen, dass Sie diese Stelle nie wieder besetzt bekommen", sagte Weber der "Zeit".

Der IAB-Forscher hält die aktuelle Wirtschaftslage außerdem für besser, als sie oft dargestellt werde. "Das ist keine Krise, sondern ein normaler Abschwung", so Weber. Viele Wirtschaftsdaten sähen gar nicht so schlecht aus, etwa der Konsum, die Investitionen und vor allem der Arbeitsmarkt. "So betrachtet, ist die Lage also weniger dramatisch, als es das Gerede über eine Rezession nahelegt."

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