"Streitbar leben": Forum Reformation tagt in Wittenberg

Playmobil-Luther

© Tanja Kasischke

Playmobil-Luther mit dem Schild mit der Aufschrift "Forum Reformation" unter dem Arm.

"Streitbar leben": Forum Reformation tagt in Wittenberg
Unter dem Motto "Streitbar leben" tagt das 1. Forum Reformation vom 18. bis 22. August in Wittenberg. Auf dem Programm stehen Vorträge, Podien und Workshops, wie der Gründer des Forums, der Bonner Pfarrer Siegfried Eckert, dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Wittenberg sagte. Unter den Gästen sind der ehemalige Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD), der Theologe und Bürgerrechtler Friedrich Schorlemmer und die Menschenrechtsaktivistin und Gründerin der Berliner Ibn-Rushd-Goethe Moschee, Seyran Ates. Zudem werden der ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, und seine Frau Anne erwartet. Gerechnet wird mit etwa 100 Mitwirkenden und Teilnehmern.

Mit Blick auf die Zielsetzung des Forums sagte Eckert dem epd: "Wir wollen Signale setzen: interkonfessionell, interkulturell und interreligiös. Dies soll deutlich machen, es geht um mehr Ökumene, mehr religiöses Miteinander und auch mehr gesellschaftspolitische Vielfalt." Er verwies auf drei Säulen: Reformation in den Gemeinden, in der Gesellschaft sowie in der Geschichte.

Bis 2030 sollen an reformationsgeschichtlich relevanten Orten jährlich Tagungen stattfinden und auf der Gemeindeebene sei unter anderem ein interreligiöses Gemeinde-Basecamp geplant. Das große Ziel ist laut Eckert ein Weltreformationsforum, das 2030 in Wittenberg stattfinden soll und auf das eine Dekade hinführen soll. Eckert sagte: "Was Davos für die Wirtschaft ist, kann Wittenberg für die reformatorischen Geister dieser Welt werden."

Die Idee zum Forum Reformation entstand im Jahr des 500. Reformationsjubiläums. Eckert sprach von "einem inneren Moment der Erweckung". Ihm sei der Gedanke gekommen, dass es auch nach 2017 mit der Reformation weitergehen müsse. Eckert sagte: "Der Thesenanschlag von 1517 war nicht das Ende, sondern der Anfang, mit dem die Reformation erst richtig begann. Es geht darum, wie das, was damals in Bewegung geraten ist, heute noch Impulse geben kann, um Veränderungsprozesse in Kirche und Gesellschaft voranzutreiben."

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