EKD-Ratsvorsitzender besucht "Sea-Watch 3"

19.05.2019, Italien, Lampedusa: Ein Patrouillenboot der Guardia di Finanza nähert sich dem deutschen Hilfsschiff Sea-Watch 3 in den Gewässern vor der sizilianischen Insel Lampedusa, Süditalien.

© Elio Desiderio/ANSA/AP/dpa

19.05.2019, Italien, Lampedusa: Ein Patrouillenboot der Guardia di Finanza nähert sich dem deutschen Hilfsschiff Sea-Watch 3 in den Gewässern vor der sizilianischen Insel Lampedusa, Süditalien.

EKD-Ratsvorsitzender besucht "Sea-Watch 3"
Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, reist kurzfristig nach Sizilien, um ein Zeichen für zivile Seenotrettung zu setzen.

"Menschen im Mittelmeer ertrinken zu lassen oder sie in die schlimmen Lager in Libyen zurückzuschicken, das ist keine Option für Europa", sagte Bedford-Strohm. Er will auf der Sizilien das von Italien festgesetzte Schiff "Sea-Watch 3" besuchen.

Das Schiff der deutschen Organisation Sea-Watch war Mitte Mai beschlagnahmt worden. Der italienische Innenminister Matteo Salvini wirft dem Kapitän das illegale Einschleusen von Menschen vor. Die in Berlin ansässige Organisation Sea-Watch wird unter anderem von der EKD unterstützt. Bedford-Strohm sagte, 2018 seien mehr als 2.000 Menschen im Mittelmeer ertrunken. "Dieses Sterben muss ein Ende haben", forderte der oberste Repräsentant der deutschen Protestanten in einem bei Youtube verbreiteten Statement.

"Haben uns an internationales Recht gehalten"

Gegen den Kapitän der "Sea-Watch 3"laufen Vorermittlungen. "Wir sind zuversichtlich, dass die ersten Ermittlungen zu nichts führen werden", sagte Ruben Neugebauer, Sprecher der deutschen Organisation Sea-Watch, die das Rettungsschiff betreibt, dem Evangelischen Pressedienst (epd). Unklar sei jedoch, wie lange sich das Prozedere hinziehen werde und was genau die Organisation erwarte. Derweil könne die "Sea-Watch 3" nicht auslaufen und Menschen vor dem Ertrinken im Mittelmeer retten.

"Wir haben uns an internationales Recht gehalten", sagte Neugebauer. Das Verbot Salvinis verstoße laut den UN gegen internationales Recht. Die "Sea-Watch 3" hat laut Neugebauer italienisches Hoheitsgebiet angefahren, weil Flüchtlinge an Bord mit Selbstmord gedroht hätten, sollten sie nicht bald von Bord gehen können. "Solche Situationen muss man sehr ernst nehmen, die Menschen sind verzweifelt". Aus Angst, nach Libyen gebracht zu werden, versuchten manche Flüchtlinge, an Land zu schwimmen.

Laut Neugebauer wird Bedford-Strohm, sollten ihn die italienischen Behörden daran hindern, die "Sea-Watch 3" zu betreten, an Land mit der Crew sprechen.

Neugebauer zufolge hat die Zahl der Menschen, die über das Mittelmeer Europa erreichen wollen, in den vergangenen Tagen wieder zugenommen. Es seien zwischen fünf und zehn Flüchtlingsboote pro Tag gesichtet worden. "Es gab dabei mehrere Tote, unter anderem weil die italienische Marine ihnen Hilfe verweigert hat, obwohl sie in der Nähe war."

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