Diakonie-Chef: Falsche Bilder vom Altwerden korrigieren

Der Präsident der Diakonie Deutschland, Ulrich Lilie

© Bodo Schackow/dpa

Ulrich Lilie kritisiert, dass viele Bürger ein völlig falsches Bild vom Altwerden im Kopf hätten.

Diakonie-Chef: Falsche Bilder vom Altwerden korrigieren
Der Präsident der Diakonie Deutschland, Ulrich Lilie, kritisiert, dass viele Bürger ein völlig falsches Bild vom Altwerden im Kopf hätten.

"Wenn wir über Senioren sprechen, sind wir oft ganz schnell beim Thema Pflege. Es gibt aber zahlreiche Menschen, auch über 80 Jahren, die viel einbringen können", sagte Lilie bei einem Forum zur Situation älterer Menschen am Mittwoch in Mannheim. Um vorhandene Einstellungen zu korrigieren, sei es am besten, mehr alte Menschen im Alltag zu treffen.

Dafür sei eine soziale Vernetzungsstruktur wichtig, aber auch jeder Einzelne habe eine Verantwortung dafür, solche Kontakte zu suchen. "Ich bin mir sicher, dass gerade junge Menschen von Alten sehr viel lernen können", betonte der Diakoniechef. Es liege an jedem Einzelnen, ob er seinen Radar erweitere und beispielsweise Kontakt auch zu älteren Nachbarn suche.

Der Mannheimer Dekan Ralph Hartmann erklärte, dass sich alte und junge Menschen nicht so sehr unterscheiden. "Beide wollen Begegnungen und Nähe", sagte er. Bei alten Menschen kommen jedoch hinzu, dass sie viel zu erzählen haben. "Wenn ihnen niemand zuhört, sind sie umso trauriger."

Es sei eine wichtige Aufgabe der Kirche, Flächen und Räume zu bieten, in denen "Nachbarschaftlichkeit" stattfinde, sagte Hartmann. "Wenn die Menschen aufeinander gucken, dann ist schon viel gewonnen." Organisiert wurde das Forum vom Diakonischen Werk Mannheim, der Evangelischen Pflege Mannheim und der Diakonie-Sozialstation Mannheim.

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