Sachsen führt jüdischen Religionsunterricht ein

Davidstern als Kette

© Getty Images/iStockphoto/Maor Winetrob

Bislang sind jüdische Schüler in Sachsen von der Pflicht zur Teilnahme am Religions- oder Ethikunterricht ausgenommen. Jetzt bekommen sie in einigen Grundschulen ihren eigenen Religionsunterricht.

Sachsen führt jüdischen Religionsunterricht ein
Jüdische Schüler können in Sachsen künftig das neue Schulfach Jüdische Religion besuchen.

Es wird zum kommenden Schuljahr zunächst an insgesamt drei Grundschulen in Chemnitz, Dresden und Leipzig eingeführt, wie das sächsische Kultusministerium am Mittwoch in Dresden mitteilte. In den folgenden Jahren soll es auch an Oberschulen und Gymnasien bis hin zum Abitur angeboten werden. Bislang sind jüdische Schüler im Freistaat von der Pflicht zur Teilnahme am Religions- oder Ethikunterricht ausgenommen.

Das neue Fach werde gleichwertig neben Ethik sowie dem evangelischen und katholischen Religionsunterricht stehen, hieß es. Es unterliege der staatlichen Schulaufsicht und werde in Übereinstimmung mit den Grundsätzen des Landesverbandes Sachsen der Jüdischen Gemeinden erteilt, der auch die Lehrer stellt. Die jüdischen Gemeinden in Sachsen haben laut Ministerium rund 2.600 Mitglieder, den Großteil davon in den drei größten Städten Chemnitz, Dresden und Leipzig.

Meldungen

Top Meldung
Gottesdienst in der Marktkirche in Halle für die Opfer des rechtsextremen Anschlags.
Fünf Tage nach dem antisemitischen Anschlag in Halle haben Hunderte Menschen in der Marktkirche der Opfer gedacht. Auf dem Markplatz verfolgten 1.000 Menschen die Übertragung des Gedenkgottesdienstes.