Berliner Gewaltschutzambulanz mit mehr Zulauf

Berliner Gewaltschutzambulanz

© Jörg Carstensen/dpa

Die Rechtsmediziner Michael Tsokos und Saskia Etzold stehen am 24.03.2014 vor dem Eingang der dem Institut für Rechtsmedizin der Charity angegliederten Gewaltschutzambulanz in der Birkenstraße in Berlin-Moabit.

Berliner Gewaltschutzambulanz mit mehr Zulauf
Immer mehr Menschen wenden sich an die Berliner Gewaltschutzambulanz. Insgesamt seien im vergangenen Jahr 1.381 Fälle registriert worden, 2015 seien es noch 635 gewesen, teilte die Einrichtung am Freitag in Berlin mit.

Die Opfer seien in der Regel erwachsene Frauen, die Täter Partner oder ehemalige Partner beziehungsweise Personen aus dem Umfeld. Seit der Gründung der Einrichtung vor fünf Jahren hätten 4.697 Menschen Hilfe bei der Ambulanz gesucht.

Die Gewaltschutzambulanz in der Berliner Charité ist nach eigenen Angaben eine bundesweit einmalige rechtsmedizinische Untersuchungsstelle zur Begutachtung und Dokumentation der Verletzungen von Gewaltopfern. Diese Aufzeichnungen können auch bei einem möglichen Gerichtsprozess eine wichtige Rolle spielen. Zudem wird den Opfern psychosoziale Beratung angeboten.

Die Hilfesuchenden erlitten den Angaben zufolge meist stumpfe Gewalt, aber auch Verletzungen des Halses oder sexualisierte Gewalt, heißt es in der Fünf-Jahre Bilanz. In 24 Prozent aller Fälle von häuslicher Gewalt lagen Verletzungen am Hals vor. In mehr als der Hälfte der Fälle (58 Prozent) sei die Tat bei der Polizei angezeigt worden, hieß es. Acht Prozent der Opfer planen laut Mitteilung eine Anzeige, 34 Prozent machten keine Angaben.

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