Verbot von geschlechtsangleichenden Operationen an Kindern gefordert

Verbot von geschlechtsangleichenden Operationen an Kindern gefordert
Das von der Bundesregierung im Koalitionsvertrag angestrebte Verbot von geschlechtsangleichenden Operationen bei intergeschlechtlichen Kindern stockt offenbar. Der Meinungsbildungsprozess innerhalb der Bundesregierung sei noch nicht abgeschlossen, erklärte die Bundesregierung in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion, die den Zeitungen der Essener Funke Mediengruppe (Mittwoch) vorliegt.

Die Große Koalition hatte vereinbart, die Eingriffe zu verbieten, sofern keine medizinische Notwendigkeit besteht. Rund 2.000 Kinder werden den Angaben zufolge in Deutschland jährlich operiert, weil ihre Geschlechtsorgane nicht eindeutig zuzuordnen sind.

Die FDP plädierte für ein zügiges Verbot der Operationen. Die zuständige Berichterstatterin im Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz, Katrin Helling-Plahr (FDP), warf der Großen Koalition vor, über ein Lippenbekenntnis nicht hinaus zu kommen. "Sie hat bisher weder die Dimension der Problematik analysiert, noch einen konkreten Plan, wie Betroffene künftig besser geschützt werden sollen", sagte sie den Funke-Zeitungen.

Jens Brandenburg, FDP-Sprecher für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transsexuell, Transgender und Intersexuelle (LSBTI), forderte einen Gesetzesentwurf noch im Frühjahr. "Geschlechtsangleichende Operationen an Kindern ohne medizinische Notwendigkeit müssen endlich wirksam verboten werden", sagte er den Zeitungen. "Die Selbstbestimmung der Betroffenen gehört dabei in den Mittelpunkt."

Auch Gabriela Lünsmann vom Lesben- und Schwulenverband Deutschland (LSVD) kritisierte die Eingriffe bei Kindern scharf. "Diese Operationen sind keine Heileingriffe, sondern verletzen das Menschenrecht auf körperliche Unversehrtheit, Selbstbestimmung und Würde von intergeschlechtlichen Menschen und verstoßen gegen die UN-Kinderrechtskonvention", betonte sie.

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