Hausdurchsuchungen bei fünf Kirchengemeinden im Hunsrück

Hausdurchsuchungen bei fünf Kirchengemeinden im Hunsrück
Im Konflikt um eine Serie mittlerweile beendeter Kirchenasyl-Fälle im Rhein-Hunsrück-Kreis (Rheinland-Pfalz) haben Ermittler Räume von fünf Kirchengemeinden durchsucht.

Dabei seien am Donnerstagmorgen Rechner und Akten beschlagnahmt worden, teilte die rheinische Landeskirche in Düsseldorf mit. Sowohl Gemeindebüros als auch Privaträume der Pfarrer waren demnach Ziel der Durchsuchungen. Gegen das Vorgehen werde es eine offizielle Beschwerde geben, weil sich unter den mitgenommenen Unterlagen auch sensible Seelsorge-Daten befänden, sagte ein Sprecher dem Evangelischen Pressedienst (epd): "Wir sind der Meinung, dass es sich um eine unverhältnismäßige Maßnahme handelt."

Vor knapp fünf Monaten hatte die Staatsanwaltschaft Bad Kreuznach ein Ermittlungsverfahren gegen zwei Pfarrerinnen, drei Pfarrer und neun Flüchtlinge aus dem Sudan eingeleitet. Dabei steht der Vorwurf im Raum, mit dem Kirchenasyl hätten die Pfarrer Beihilfe zum illegalen Aufenthalt geleistet. Anlass für die Ermittlungen waren Strafanzeigen des Landrats Marlon Bröhr (CDU). Dessen Kreisverwaltung war zuvor mit dem Versuch gescheitert, eines der Kirchenasyle polizeilich räumen zu lassen und einen der Sudanesen nach Italien abzuschieben.

In Rheinland-Pfalz gibt es seit 2017 eine ganze Reihe weiterer Konflikte um Menschen im Kirchenasyl. Die Kreuznacher Staatsanwaltschaft war für eine Stellungnahme zu den Vorgängen zunächst nicht zu erreichen.

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